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(27.01.10). Im Oktober 2007 war das Thema Lärmschutz entlang der Bahnstrecke in Bensheim zentrales Thema der Bürgerversammlung. Ingenieure der Bahn stellten die Ergebnisse des schalltechnischen Gutachtens vor und informierten über die geplanten Schallschutzmaßnahmen in der Ortslage.
Vorausgegangen waren gemeinsame Bemühungen von Bürgermeister Thorsten Herrmann und dem Bergsträßer Bundestagsabgeordneten Dr. Michael Meister, in das freiwillige Programm der Bahn mit aufgenommen zu werden, um auch in Bensheim Schallschutz-Lücken entlang der Bahnlinie zu schließen.
Inzwischen bereitet die Bahn die Ausschreibung für die Installation der Lärmschutzwände vor, denn mit den Arbeiten soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Eingebunden wurde dabei auch die Stadt Bensheim, die bei der Ausgestaltung der Lärmschutzwände eigene Wünsche einbringen kann. Sofern diese allerdings die Standardausführung der Bahn überschreiten, muss die Stadt die zusätzlichen Kosten selbst tragen. Seitens der Stadt ging es dabei darum, zwischen dem Schutzbedürfnis der Bürger und der optischen Wirkung eines optischen Lärmschutzes abzuwägen. Darüber informierte Erster Stadtrat und Baudezernent Helmut Sachwitz in der aktuellen Magistratsitzung. So möchte die Stadt Bensheim die drei Meter hohen und aus Alu-Elementen bestehenden Lärmschutzwände im oberen Drittel transparent machen. Diese optische Durchlässigkeit sei nicht nur für das Stadtbild von Vorteil. Auch für den Reisenden sei es angenehmer zu sehen, durch welche Stadt man fahre, als auf eine Wand zu schauen.
Diese Transparenz ist nicht durchgängig vorgesehen, sondern nur im Abschnitt zwischen Schwanheimer Straße und Wormser Straße. Danach geht es bis etwa zur Unterführung Fabrikstraße mit der drei Meter hohen Aluwand weiter. Vorausgesetzt, die transparenten Elemente werden auch vom Eisenbahnamt zugelassen, würde die Stadt für den Abschnitt zwischen Schwanheimer- und Wormser Straße rund 90 000 Euro aus eigener Kasse zahlen. Bei einer Ausdehnung bis zur Fabrikstraße würden deutlich über 300 000 Euro Zusatzkosten anfallen, was aber für die Stadt zu teuer wäre, wie Sachwitz verdeutlichte.
Bezüglich der Farbgestaltung der Alu-Wand sprach sich der Magistrat für die einfache „lichtgraue“ Lösung aus. Zur optischen Aufwertung könnte die Bepflanzung des Bahndamms mit Bäumen beitragen. Hier kann sich der Baudezernent eine Zusammenarbeit mit den an der B 3 gelegenen Kleingärtnern vorstellen, denen entsprechende Bäume zur Verfügung gestellt würden. Über beide Themen wird die Stadtverordnetenversammlung in der nächsten Sitzung noch zu entscheiden haben, da die zusätzlichen Kosten im neuen Haushalt noch nicht vorgesehen sind.
Bei den Lärmschutzmaßnahmen in Bensheim geht es um eine Strecke von insgesamt 1,9 Kilometer. Installiert werden die Lärmschutzwände vorwiegend auf der Ostseite der Bahnlinie in den Bereichen von noch ungeschützten Wohngebieten. In den Bereichen mit Büro- oder Gewerbenutzung, also auch im Bahnhofsumfeld, wird es keine entsprechende Maßnahmen geben.
Die finanziellen Voraussetzungen, Schallschutzmaßnahmen auch entlang vorhandener Schienenwege umzusetzen, wurden durch das 1999 von der Bundesregierung aufgelegte Programm „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ ermöglicht. Aktuell stellt der Bund dafür jährlich Haushaltsmittel in Höhe von 100 Millionen Euro zur Verfügung. Bundesweit profitieren davon 1140 Ortslagen, in denen Lärmsanierungsmaßnahmen in Planung, Bau oder bereits abgeschlossen sind. Nach den in diesem Jahr in Bensheim geplanten Maßnahmen, sollen im kommenden Jahr die Strecke in Heppenheim und 2012 die Ortslage Zwingenberg mit Lärmschutzwänden ausgestattet werden. (psp)
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