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Leerstand in Auerbach: Stadt ist für jeden klugen Vorschlag offen
 
(04.02.10). Erster Stadtrat Helmut Sachwitz ist ein eher ruhiger Mensch, der für die vielen an ihn als Baudezernenten herangetragenen Wünsche, Bedürfnisse und kritischen Bemerkungen in den meisten Fällen Verständnis aufbringen kann. Nicht so beim Presse-Interviews von Ortsvorsteher Hamel und dem Gewerbekreisvorsitzenden Kopp zum ehemaligen HL-Mark in Auerbach. Hier sei ein so schiefes Bild des Sachverhaltes gezeichnet worden, dass für den Baudezernenten eine Klarstellung unumgänglich werde.

Auch wenn die Stadt immer gerne als Sündenbock auserkoren wird, wenn die Dinge nicht so laufen, wie man sie gerne hätte, liegen im Falle des leerstehenden HL-Marktes an der Darmstädter Straße die Ursachen an anderer Stelle, so Helmut Sachwitz.

Wenn Vorschläge oder Konzepte bisher nicht realisiert wurden, habe das nicht an der mangelnden Bereitschaft der Stadt gelegen. Die ursprüngliche Idee, eine Art Markthalle einzurichten, sei auch von der Stadt begrüßt worden, aber an der zu hohen Miete gescheitert, mit der die Stadt aber nun wirklich nichts zu tun habe.

Nicht realisierbar sei auch der Vorschlag gewesen, einem Vollsortimenter am Berliner Ring einen Standort anzubieten unter der Voraussetzung, auch im ehemaligen HL-Markt ein Lebensmittelangebot zu gewährleisten. Diese Koppelung wäre zum einen rechtlich nicht haltbar gewesen und hätte andererseits auch eine Verdrängung vorhandener Anbieter im Ortskern zur Folge gehabt. Unabhängig davon könne ein solches Bestreben auch nicht im Interesse der ortsansässigen Geschäfte sein.

Es sei ein Fehler, so Erster Stadtrat Sachwitz, bei der Beurteilung der Situation die vorhandenen Gegebenheiten zu missachten. Der leerstehende Markt habe nun einmal eine bestimmte Größe und auch die auf der Rückseite vorhandenen Parkplätze seien nicht erweiterbar. Dass dies nicht die Voraussetzungen sind, die ein Vollsortimenter für eine Ansiedlung benötigt, kann auch die bereitwilligste Stadt nicht ändern. Auch hatte es ja seine Gründe, dass sowohl der HL-Markt als auch – schon früher - der gegenüber liegende Netto-Markt nicht mehr existieren. Kein Betreiber schließt ein rentables Geschäft.

Unabhängig davon mache es keinen Sinn, sein Heil mit großflächigem Einzelhandel am Berliner Ring zu suchen, wenn laut Hamel und Kopp in Auerbach-Mitte fußläufig erreichbare Angebote benötigt werden. Dieser Hintergrund werde im Interview von den Vertretern des Ortsbeirates aber geflissentlich verschwiegen.

„Die Stadt ist für kluge Vorschläge jederzeit offen, sie müssen aber vernünftig und tragfähig sein“, weist der Baudezernent Vorwürfe, die Stadt versage ihre Unterstützung, zurück. Wie sehr die Stadt Auerbach unterstütze, sei unschwer daran zu erkennen, dass seit Initialisierung der Zukunftswerkstatt Auerbach immerhin rund drei Millionen Euro in den nördlichen Stadtteil geflossen sind.   (psp)

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