Überblick Bensheim

Stadtplanung

Die grundlegende Aufgabe der Stadtplanung ist es, für eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung zu sorgen. Dabei sind die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Anforderungen an Grund und Boden, das Siedlungsgefüge und die Ausstattung mit Infrastruktur miteinander in Einklang zu bringen.
Der Stadtplanung steht ein umfangreiches Instrumentarium an Gesetzen, Verordnungen, verbindlichen und informellen Planformen zur Verfügung, um ihren Aufgaben gerecht zu werden.
Die Tätigkeit des Teams Stadtplanung besteht in der Anwendung dieses Instrumentariums auf den räumlichen Ebenen von der Gesamtstadt bis zum einzelnen Baugrundstück. Ein großer Teil der Tätigkeiten findet dabei im Kontakt mit der Öffentlichkeit statt, sei es innerhalb von Beteiligungsprozessen oder bei der Beratung von einzelnen Bürgerinnen und Bürgern.
Auf diesen Seiten finden Sie Informationen zu den Aufgaben des Teams Stadtplanung und darüber, welche Informationen und Beratungsleistungen für Sie zur Verfügung stehen.

Bensheim gehört zum Regierungsbezirk Darmstadt und damit zur Planungsregion Südhessen. Die räumliche Entwicklung der Planungsregion wird vom Regionalplan Südhessen 2000 (RPS) gesteuert.
Auf dem Internetauftritt des Regierungspräsidiums Darmstadt ist über die Inhalte des RPS zu lesen:
„Der Regionalplan Südhessen 2000 steckt den Rahmen für regional bedeutsame Siedlungs- und Gewerbeflächen, Verkehrs- und andere Infrastrukturprojekte, Abbauvorhaben sowie für den Schutz von Freiflächen und Wald. Mit der Sicherung von Flächen, Trassen und Standorten für die verschiedenen Raumnutzungen schafft der Regionalplan die planerischen und rechtlichen Voraussetzungen für raumbedeutsame Vorhaben und Investitionen sowie für die nachhaltige Sicherung der natürlichen Ressourcen in der Region.“
Die Städte und Gemeinden einer Planungsregion müssen die Inhalte des Regionalplanes bei der Aufstellung ihrer Flächennutzungs- und Bebauungspläne beachten. Gegenüber Privaten entfaltet der Regionalplan keine direkte Wirkung.

Den Städten und Gemeinden stehen zwei Instrumente zur Verfügung, mit denen sie ihre bauliche Entwicklung steuern können: der Flächennutzungsplan und der Bebauungsplan.
Der Flächennutzungsplan stellt für das gesamte Stadtgebiet die Art der Flächennutzung dar. Damit wird die von der Kommune beabsichtigte städtebauliche Entwicklung ausgedrückt. In bereits besiedelten Bereichen und in denen, für die eine Besiedlung geplant ist, sind vier verschiedene Hauptnutzungen darstellbar: Wohnbauflächen, Mischbauflächen, Gewerbeflächen und Sonderflächen. Zudem enthält der Flächennutzungsplan Standorte für Einrichtungen des Gemeinbedarfs (z. B. Schulen, Sportstädten, Feuerwehrstützpunkte usw.), Verkehrsflächen und Grünflächen. In den unbesiedelten Gebieten stellt der Flächennutzungsplan unter anderem Wald- und Wasserflächen sowie Flächen für die Landwirtschaft dar.
Der Flächennutzungsplan wird auch als „vorbereitender“ Bauleitplan bezeichnet. Auf seinen relativ groben Darstellungen aufbauend, werden die sehr viel detaillierteren Bebauungspläne aufgestellt, die wiederum auch „verbindliche“ Bauleitpläne genannt werden.
Vom Flächennutzungsplan geht keine unmittelbare Wirkung für die Bürgerinnen und Bürger aus. Er stellt eine Selbstbindung der Stadt dar, ihre städtebauliche Entwicklung an seinen Inhalten auszurichten.
Die Bürgerinnen und Bürger werden an dem Verfahren zur Aufstellung des Flächennutzungsplanes beteiligt. Dies geschieht in Form von öffentlichen Auslegungen der Planunterlagen im Rathaus. Jeder kann dann innerhalb von bestimmten Fristen Stellungnahmen abgeben.
Ein Flächennutzungsplan ist nicht für die Ewigkeit gemacht. Nach einigen Jahren sind die einst geplanten Siedlungsflächen bebaut und allgemeine Rahmenbedingungen ändern sich. Deshalb wird ein Flächennutzungsplan nach 10 bis 15 Jahren durch einen neuen ersetzt.
Einblick in den bestehenden Flächennutzungsplan der Stadt Bensheim erhalten Sie bei uns im Rathaus und auf der BürgerGIS genannten Internetplattform des Kreises Bergstraße. Der Weg zur Betrachtung des Flächennutzungsplanes im BürgerGIS unterscheidet sich vom Vorgehen bei der Suche eines Bebauungsplanes nur darin, dass Sie in der rechten Spalte unter „Karte“ die „Flächennutzungspläne“ auswählen.

Ein Bebauungsplan wird immer nur für einen Teilbereich der Stadt aufgestellt. Für Bensheim gibt es über 300 Bebauungspläne. Sie dienen dazu, neue Baugebiete zu entwickeln oder die städtebauliche Entwicklung in älteren Teilen der Stadt zu steuern. In einem Bebauungsplan kann z.B. festgelegt werden, ob es sich um ein Wohn- oder ein Gewerbegebiet handeln soll, wie hoch die Gebäude sein sollen und welche Fläche Gebäude einnehmen können. Auch die Neigung der Dächer und die Farbe der Dachziegel kann Inhalt eines Bebauungsplanes sein.
Für jemanden, der bauen möchte, sind Bebauungspläne von direkter Bedeutung, denn als städtische Satzungen enthalten sie für jedermann bindende Vorgaben.
Für Bauwillige empfiehlt es sich deshalb, sich frühzeitig darüber zu informieren, ob ihr Grundstück innerhalb des Geltungsbereiches eines Bebauungsplanes liegt und wie es bebaubar ist (siehe auch Bauberatung). Liegt ein Grundstück zwar in der Stadt, aber nicht in einem Bebauungsplangebiet, bietet die vorhandene Bebauung einen Orientierungsrahmen für Neu- und Umbauten.
Einblick in die bestehenden Bebauungspläne der Stadt Bensheim erhalten Sie bei uns im Rathaus und auf der BürgerGIS genannten Internetplattform des Kreises Bergstraße.
Ob ein Bebauungsplan aufgestellt wird und welche Inhalte er hat, entscheidet letztlich die Stadtverordnetenversammlung. Von einem Bebauungsplan können jedoch viele verschiedene private und öffentliche Belange betroffenen sein, etwa die der Grundstückseigentümer, der Bewohner benachbarter Gebiete, der Landwirtschaft oder des Naturschutzes. Deshalb wird die Öffentlichkeit und eine Reihe von Behörden und Institutionen bei der Aufstellung von Bebauungsplänen beteiligt. Im Laufe eines „normalen“ Verfahrens zur Aufstellung des Bebauungsplanes wird dieser zweimal im Rathaus für zwei Monate öffentlich ausgelegt. Während dieser Zeit kann jeder eine Stellungnahme zu dem Bebauungsplan abgeben. Unter „aktuelle Öffentlichkeitsbeteiligungen“ können Sie sich informieren, welche Bebauungspläne zur Zeit ausliegen. Auf die Offenlage von Bebauungsplänen wird außerdem mit Amtlichen Bekanntmachungen im Bergsträßer Anzeiger aufmerksam gemacht.
Das Verfahren zur Aufstellung von Bebauungsplänen ist im Baugesetzbuch (BauGB) geregelt. Zusammen mit der Baunutzungsverordnung (BauNVO) bestimmt das BauGB, welche Inhalte in einen Bebauungsplan aufgenommen werden können.
Weitere Informationen erhalten Sie unter den nachfolgenden Links:

Informelle Planungen und städtebauliche Untersuchungen dienen dazu, die künftige städtebauliche Entwicklung vorzubereiten. Der Maßstab, die Art der Planung und der Detaillierungsgrad informeller Planungen sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von Konzepten und Untersuchungen für die Gemarkung und Gesamtstadt über Strukturkonzepte und Rahmenpläne für Stadtteile oder Teilbereiche bis hin zu städtebaulichen Konzepten zur Bebauung mehrerer Grundstücke.
Folgende Informelle Planungen und städtebauliche Untersuchungen stehen Ihnen zur Ansicht bereit:

Verkehr

  • Verkehrentwicklungsplan (VEP)

Leitbildprozess

  • Zukunftswerkstadt Auerbach
  • Zukunftswerkstadt Innenstadt 

Stadtumbau

  • Stadtumbaukonzept Bensheim
  • Integriertes Handlungskonzept Bensheim Südwest

Gewerbe- und Landschaftsentwicklung

  • Landschaftsentwickelungskonzept
  • Gewerbeflächenbewertung.

Der Kreis Bergstraße ist grundsätzlich als aktenführende Behörde für die Einsichtnahme in die Bauakten (Hausakten) zuständig.
Auch die Stadt Bensheim gewährt den Eigentümern bzw. privaten Dritten (mit Vollmacht des Eigentümers) Akteneinsicht in die Bauakte.
Es handelt sich hierbei um eine freiwillige Leistung.
Da die Stadt Bensheim nicht die aktenführende Behörde ist, wird keine Gewährleistung für die Vollständigkeit der Akten gegeben.
Für die Akteneinsicht wird pro Grundstück eine Grundgebühr von 50,00 € fällig. In diesem Betrag sind Kopierkosten bis zu einer Höhe von maximal 5,00 € enthalten. Darüber hinausgehende Kopierkosten sind entsprechend der Gebührensatzung zu erstatten.
Für die Akteneinsicht ist im Sekretariat des Teams Stadtplanung ein Termin zu vereinbaren und das entsprechende Antragsformular ausgefüllt, unterschrieben und mit den erforderlichen Nachweisen versehen bei Vorsprache vorzulegen.
Wir bitten Sie den vereinbarten Termin unbedingt einzuhalten. Sollte aus irgendwelchen Gründen der Termin nicht eingehalten werden können, bitten wir um rechtzeitige Information und Vereinbarung eines neuen Termins. Die Akte wird maximal eine Woche vorgehalten.

Kontakt

Stadtplanung und Demographie
Kirchbergstraße 18
64625 Bensheim

Telefon: 06251 14-0 Telefax: 06251 14-103

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