Überblick Bensheim

Netzwerk Demenz

Schon seit vielen Jahren sind der demographische Wandel und seine Folgen in der Stadt Bensheim präsent.

Von immer größerer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang der Anstieg der Demenzerkrankungen. So wird sich nach jüngsten Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DlzG) die Zahl der Demenzkranken bis 2050 mehr als verdoppeln – von derzeit 1,4 Millionen auf rund 3 Millionen Betroffene. Eine Entwicklung, die auch von volkswirtschaftlicher Bedeutung ist, da sich damit auch die Kosten für Pflege und Betreuung drastisch erhöhen werden.

Dies nahm die Stadt Bensheim zum Anlass, sich intensiv dieser Thematik zu widmen. Das Netzwerk Demenz wurde am 13. Mai 2013 gegründet.
Zielsetzung ist die infrastrukturelle Verbesserung für demenziell Erkrankte und deren Angehörige.
Aktuell setzt sich das Netzwerk aus 27 unterschiedlichen Institutionen, Unternehmen, Vereinen, Selbstständigen und Interessierten zusammen.

Kontakt

Stadtplanung und Demographie
Kirchbergstraße 18
64625 Bensheim

Telefon: 06251 14-291 Telefax: 06251 14-103

E-Mail schreiben

Öffnungszeiten:

Montag
08.00 - 12.00 Uhr
Dienstag
08.00 - 12 Uhr und
14.00 - 17.30 Uhr
Donnerstag
08.00 - 12.00 Uhr
Freitag
08.00 - 12.00 Uhr

Möchten Sie über Veranstaltungen und Termine des Netzwerkes Demenz Bensheim informiert werden?

Gerne nehmen wir Sie auch in unseren E-Mail-Verteiler auf, wenn Sie Interesse haben, am Netzwerk Demenz mitzuwirken oder über bevorstehende Veranstaltungen und Termine informiert werden möchten. Dazu senden Sie uns bitte eine E-Mail an demographie(at)bensheim(dot)de und nennen die E-Mail-Adresse, an die wir Ihnen die Termine und Veranstaltungen senden sollen.

Selbstverständlich können Sie die Einwilligung, dass wir Sie per E-Mail kontaktieren können, jederzeit widerrufen. Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

Gemeinsamer Spaziergang

Das Netzwerk Demenz Bensheim und die Stadt Bensheim-Team Stadtplanung und Demographie- wollen pflegenden Angehörigen die Möglichkeit bieten mit Ihren erkrankten Angehörigen in der Gruppe Spaziergänge zu unternehmen. Wunschgedanke ist den Pflegenden durch die Unterstützung von drei ehrenamtlichen Begleiterinnen einen entspannten Nachmittag mit Ihren dementiell erkrankten Angehörigen zu ermöglichen. Die Bewegung an der frischen Luft, bekanntlich auch für die Erkrankten eine gute Therapie, und der Austausch mit den anderen Teilnehmern soll im Mittelpunkt dieses Angebotes stehen. Von April bis Dezember 2019 haben wir diese Treffen einmal im Monat angeboten. Ziele waren im Ried das Gebiet um den Soldatenfriedhof und den Bensheimer Badesee sowie das Kirchberghäuschen und das Fürstenlager.
Am Mittwoch, dem 11. März bieten wir einen weiteren Termin an. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr auf dem Parkplatz Schönberger Sportplatz.
Weitere Termine: 08. April und 13. Mai. Gerne informieren wir Sie über das Angebot. Rufen Sie uns an Tel.: 06251 14 190 + 296.

 

 

 

„Pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz eine Stimme geben“ Rathausgespräch Bensheim

Liebe pflegende Angehörige von einem Menschen mit Demenz,

wir brauchen Ihre Unterstützung!

Um die Themen „Pflege“ und „Demenz“ stärker in die Gesellschaft zu tragen und dafür zu sensibilisieren, nimmt die Stadt Bensheim am Projekt „Pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz eine Stimme geben“ des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg teil. Um die Ziele zu erreichen findet am Mittwoch, dem 25. März 2020 von 17.00 bis 20.00 Uhr im Bürgerhaus Kronepark eine Veranstaltung ein sogenanntes „Rathausgespräch“ statt, in der pflegende Angehörige mit Ihrer Stimme einen wertvollen Beitrag leisten können. Ein achtsamer Umgang mit den Aussagen, Wünschen und Bedarfen der pflegenden Angehörigen ist dabei für uns sehr bedeutsam.

Nur durch Ihre Unterstützung und Bereitschaft Ihre Erfahrungen zu teilen, lassen sich bestehende Bedarfe in der häuslichen Pflege aufdecken. Gemeinsam mit den relevanten Stellen in der Stadt Bensheim, können Sie Möglichkeiten bürgerschaftlichen Engagements sowie neue Unterstützungsformen in der Pflege von Menschen mit Demenz diskutieren.

Wenn Sie an einer Teilnahme interessiert sind, können Sie sich mit dem Institut für Gerontologie direkt in Verbindung setzen. Die entsprechenden Kontaktdaten finden Sie am Ende dieses Textes. Nach dem ersten Kontakt findet ein kurzes Telefoninterview statt und danach eine erste Befragung durch einen Projektmitarbeitenden an Ihrem Wohnort (Dauer ca. 1 Stunde). Am Veranstaltungstag, dem 25. März 2020, findet ab 16.00 Uhr ein gemeinsames Kennenlernen beim Kaffeetrinken in der Gruppe der pflegenden Angehörigen statt. Ab 17.00 Uhr schließt sich dann die öffentliche Diskussionsrunde von ca. 3 Stunden an. Am Veranstaltungstag bieten wir gerne einen Fahrdienst und Betreuungsservice für Ihren Angehörigen an. Im Anschluss an die öffentliche Veranstaltung finden zwei weitere Telefoninterviews statt. Diese werden 1-2 Tage und vier Wochen nach der Veranstaltung geführt. Drei Monate nach dem Rathausgespräch findet ein Abschlussgespräch bei Ihnen zu Hause statt.

Da das Projekt ohne Ihre Beteiligung als pflegende Angehörige nicht stattfinden kann, ist es sehr wichtig, dass Sie sich bereit erklären das Projekt aktiv zu unterstützen – nur so können in Bensheim nachhaltige Angebote, passende Versorgungsstrukturen und bürgerschaftliches Engagement angestoßen werden.

Kontaktdaten: Institut für Gerontologie, Universität Heidelberg Tel: 06221 548189 (Dr. Birgit Kramer) oder 06221 548129 (Dr. Stefanie Wiloth) oder per Mail info.pflegende(at)gero.uni-heidelberg(dot)de   

Angehörigentreffen im Bürgerhaus Kronepark Auerbach

Jeden 1. Donnerstag im Monat von 15.00 bis 16.30 Uhr findet das Angehörigentreffen statt.
Das Angebot richtet sich an alle, die einen demenziell veränderten Menschen begleiten, betreuen, pflegen. Parallel zum Treffen der Angehörigen wird für die Erkrankten eine Betreuung angeboten. Wenn Sie an dem Treffen teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bei Frau Sänger unter Tel.: 06251/108016 an.

Das Netzwerk Demenz und die Stadt Bensheim sind DEMENZ PARTNER

In 2018 wurden im Rahmen der Initiative Demenz Partner zwei 90-minütige Basiskurse angeboten. Die Kurse waren sehr gut besucht.

Teilgenommen haben Personen aus den Bereichen Stadtverwaltung, Medizin, Einzelhandel, Handwerk, Interessierte, Vereine und Institutionen. Alle Teilnehmer wurden informiert über die Krankheit, den Umgang mit an Demenz erkrankten Personen und die Rolle von Familien und Demenz Partnern. Dabei wurde ebenfalls die Seite der Demenzkranken beleuchtet und damit deren Wünsche und Bedürfnisse in den Fokus gerückt.

Die Initiative Demenz Partner wurde von der englischen Alzheimer-Gesellschaft gestartet, um das Bild und die Wahrnehmung von Menschen mit Demenz gesamtgesellschaftlich zu verändern. Die 80 Personen, die am Basiskurs teilgenommen haben sind jetzt Demenz Partner. Sie wissen um die Einschränkungen, die mit der Erkrankung einhergehen und kennen Wege, um Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu unterstützen.

Demenzwegweiser Bensheim

Der Demenzwegweiser unterstützt die Netzwerkpartner bei ihrer täglichen Arbeit und bringt das Thema den Bürgerinnen und Bürgern näher. Sie erhalten ihn im Rathaus, im Bürgerbüro (Alte Faktorei), bei unseren Projekt- und Netzwerkpartnern oder nachfolgend als PDF-Datei zum herunterladen.

Kabarett "Dementieren zwecklos"

Ein schönes Beispiel für gut gemachtes Infotainment war das Angebot des Bensheimer Netzwerks Demenz im Varietétheater Pegasus am Mittwochabend: In ihrem Schauspiel „Dementieren zwecklos“
klärten Uwe Spille und Britta Martin aus Villingen-Schwenningen in einem Wechsel von Moderation und Spielszenen über das Phänomen Demenz auf. In medizinischer und historischer Hinsicht einerseits, in viel höherem Maß aber ging es um die gesellschaftliche Dimension, um den Umgang, den wir alle mit Menschen pflegen, die man früher als „etwas wunderlich geworden“ bezeichnet hätte. Genaugenommen ging es dabei auch darum, wie wir generell miteinander umgehen. Ihr „kleines Schauspiel über das große Vergessen“ solle eine positive Utopie sein und nicht etwa Angst machen, erklärten die Schauspieler. Doch es solle ermutigen, sich mit Lebenssituationen auseinanderzusetzen, die man für sich selbst gern verdränge: alt werden, krank werden, sterben.
Szenen am Kaffeetisch
Heinz und Irene sind ein Paar, das seit 40 Jahren zusammenlebt. Die zwei erwachsenen Kinder sind aus dem Haus. Jetzt sind Heinz und Irene in Rente. In einer Folge von immer gleich aufgebauten Szenen am morgendlichen Kaffeetisch zeigen sich im Abstand von wenigen Jahren drastische Veränderungen im Zusammenleben des Paars. Erscheint zu Beginn Heinz als der etwas Zerstreute und intellektuell leicht Unterlegene, so klagt Irene plötzlich über Wortfindungsschwierigkeiten. Harmlos, oder? Einige Zeit später geht sie zum Arzt – und kehrt mit einem Schock zurück: „Ich werde verblöden.“
In der nächsten Szene zeigen sich die Nebenwirkungen der Medikamente, die Erinnerung an qualvolle Untersuchungen. Irene ist verzweifelt. Heinz rät ihr, was sie früher bei der Meditation gelernt hat: „Loslassen!“ „Weißt du, was schön ist?“, fragt Irene dann: „Dass ich bei dir in aller Ruhe den Verstand verlieren darf.“ Doch Heinz allein kann das nicht schaffen. Er zieht mit der Familie des Sohns in ein Mehrgenerationenhaus, alle Nachbarn und Geschäftsleute in der Straße sind über Irenes Zustand informiert und per GPSSender kann sie gefunden werden, wenn sie sich mal verlaufen hat. Irene fühlt sich wohl. Und Heinz hat jetzt eine Freundin. Das Ende bleibt offen: Es kann gut sein, dass Heinz seine Irene doch irgendwann in ein Pflegeheim bringt.
Was bleibt und was verloren geht
Die Konstanz der Szenen am Frühstückstisch brachte gut heraus, was verloren geht, aber vor allem auch: Was bleibt. Ging Irene etwa am Anfang noch zum Frauenchor, um ihre Bedürfnisse nach gesellschaftlichen Kontakten zu befriedigen, so ist am Ende die Tagespflege der Caritas an diese Stelle getreten. Hatte zunächst Irene für den schusseligen Heinz gesorgt und ihm die Brille auf die Nase gesetzt, so hat sich die Rolle am Ende umgekehrt. Geblieben sind das Lachen, das gemeinsame Spazierengehen und das Singen. Und vor allem das Gefühl: „Ach Heinz, du hast so eine schöne Stimme.“ Zwischen den Spielszenen erfuhr das Publikum eine ganze Menge: Etwa, dass von Immanuel Kant bis Walter Jens viele prominente Intellektuelle an Demenz erkrankten, oder dass ein Leben im Kloster offenbar die Symptome der Krankheit unterdrücken kann. Wichtiger aber waren vielleicht noch die zum Teil ganz unterschiedlichen Denkanstöße. Ist Demenz natürliche Alterserscheinung oder Krankheit? Ethnologen sagen: Demenz ist ein soziales Konstrukt und kein universelles Krankheitsbild. Nicht jede Form von Vergessen ist Demenz, aber die Schauspieler ermutigten nachdrücklich zum Gang zum Arzt oder in die Gedächtnisambulanz. Das Informations-Anliegen des Abends war jederzeit präsent. Der gelungene Wechsel zwischen Spielszenen und Moderation, die feine Balance zwischen Lachen und Weinen – ja, die eine oder andere Träne könnte geflossen sein – und die professionelle Schauspielkunst hielten die Zuschauer immer am Thema. Schlusswort des Abends vor einem langen Applaus: „Ihr sollt leben, bevor ihr tot seid – dementieren zwecklos“.

Artikel aus dem Bergsträßer Anzeiger vom 25.10.2019.

Leitlinien des Netzwerks Demenz

Um die Zusammenarbeit im Netz zu strukturieren wurden Leitlinien erarbeitet und im März 2016 einstimmig angenommen. Die Leitlinien definieren die Verbindlichkeit der Teilnahme, die Ziele, die Organisation und die Arbeitsweise des Netzwerkes.

Die Mitglieder der Lenkungsgruppe und Ihre Ansprechpartner für das Netzwerk Demenz Bensheim sind:

  • Hilge Drawitsch, Seniorenlotsin
  • Susanne Hagen, Diakonisches Werk Berstraße
  • Cornelia Tigges-Schwering, Mehrgenerationenhaus Bensheim, Caritas Zentrum Fransziskushaus
  • Sigrid Schmeer, Arbeiterwohlfahrt Sozialstation Bensheim