Überblick Bensheim

Bensheimer Erklärung gegen rechtsextreme Aktionen

Hände zusammen

Die Bensheimer Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung am 16. November 2006 der in Zwingenberg entwickelten und vom dortigen Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung einstimmig begrüßten Erklärung gegen rechtsextreme Aktionen einstimmig zugestimmt.
Vorgelegt hatte die Erklärung der Magistrat der Stadt Bensheim, der neben der Stadtverordnetenversammlung auch alle Bürgerinnen und Bürger, Verbände, Vereine, Religionsgemeinschaften und Gewerkschaften dazu einlädt, sich dieser Resolution anzuschließen.
Rechtsextreme Gruppierungen wollen unter dem Deckmantel sozialer Positionen ihre extremistischen, fremdenfeindlichen und rassistischen Parolen verbreiten – auch bei uns in Bensheim sind sie schon aktiv geworden.
Wir Bensheimer Bürgerinnen und Bürger akzeptieren ihr Auftreten in unserer Heimatstadt und anderswo nicht. Die Abwehr von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus geht jeden in unserer Stadt etwas an. Wir Bensheimer treten entschieden für Demokratie, Toleranz und Menschenwürde ein – die Erinnerung an die furchtbaren Verbrechen des Nationalsozialismus, insbesondere an den Holocaust, dem auch Bensheimer Bürgerinnen und Bürger zum Opfer fielen, fordert uns dazu auf.
Rassismus, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit sind heute eine besonders ausgeprägte Gefahr für unsere demokratische Gesellschaft. Sie sind keine Randprobleme, sondern zielen auf die Abschaffung unserer Demokratie und verneinen die Gleichwertigkeit aller Menschen.
Wir wehren uns deshalb entschieden und mit friedlichen Mitteln gegen alle Auftritte von rechtsextremen Gruppen, weil

  • uns die Würde jedes einzelnen Menschen wichtig ist
  • wir uns für ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen und Bevölkerungsgruppen in Bensheim einsetzen
  • wir soziale Probleme in unserer Gesellschaft nicht auf Kosten von Minderheiten lösen wollen
  • wir uns in Bensheim für Völkerverständigung einsetzen und wir als „Gemeinde Europas“ mit unseren Nachbarländern in Freiheit, Frieden und Partnerschaft zusammen leben wollen
  • wir uns den Opfern des Nationalsozialismus verbunden fühlen

Wir wehren uns besonders gegen Versuche rechtsextremer, rassistischer und fremdenfeindlicher Gruppen, das Bewusstsein unserer jugendlichen Bürgerinnen und Bürger in ihrem Sinne beeinflussen zu wollen. Unsere Jugendlichen brauchen keine populistischen rechten Parolen und nationalistischen Weltbilder – wir wollen, dass sie sich für ein friedliches, respektvolles Zusammenleben in unserer Gesellschaft engagieren.
Schweigen und „Wegsehen“ kann leicht als Akzeptanz missverstanden werden. Wir erklären deshalb, dass wir entschieden gegen ein Auftreten der Rechtsextremisten in Bensheim sind. Diese Gruppen sind in unserer Heimatstadt unerwünscht.