Bürgermeister: „Belebung des Marktplatzes“ neu denken

„Jetzt, da der freie Blick auf St. Georg Realität ist, muss ich sagen, dass dieser Anblick optisch sehr gut rüberkommt. Und natürlich bewegen mich auch die vielen Kommentare zu diesem Thema“, sagt Bürgermeister Rolf Richter. „Auch wenn das neue Gebäude formal beschlossen ist, zeigt sich, dass die deutliche Mehrzahl der Bürger, die das Thema bewegt und die sich dazu geäußert haben, den in dieser Form geplanten Neubau ablehnt und den freien Blick bevorzugt“, so Richter weiter.
„Mir fällt dieser Schritt nicht leicht, weil ich von dem Konzept und dem Ziel der Belebung des Marktplatzes als zentraler Baustein für eine zukunftsfähige Innenstadt überzeugt bin“, betont Richter, „aber die Wirkung des freien Blicks auf St. Georg und die Meinungsäußerungen der Bürger haben bei mir zu einer Neubewertung geführt. Wenn in der Bürgerschaft ein Thema so extrem wahrgenommen wird und ein so eindeutiges Meinungsbild herrscht, fühle ich mich verpflichtet, dies aufzunehmen und neue Wege anzudenken.“
„Unser gemeinsames Ziel ist es, eine lebendige, zukunftsfähige Innenstadt zu erhalten. Hierbei arbeiten wir mit vielen Gruppen – zum Beispiel dem Bürgernetzwerk – und interessierten Bensheimerinnen und Bensheimer zusammen. In dieser Situation können wir uns kein Projekt leisten, das die Stadtgesellschaft spaltet“, sagt Richter.
Jetzt gelte es, den freien Blick auf St. Georg so weit wie möglich zu bewahren und trotzdem den Marktplatz durch Gastronomie zu beleben. Dazu brauche es aber Zeit, um neue Überlegungen anzustellen. Das „Cafe Extrablatt“ soll in die Planungen einbezogen und möglichst am Marktplatz angesiedelt werden. Für das Familienzentrum und die Hospizakademie müssten adäquate Alternativen gefunden werden. Ich empfehle allen, ihre bisherige Entscheidung und Meinung zu überprüfen und das Projekt „Belebung des Marktplatzes“ neu zu denken.
Richter hofft, dass der Wunsch der Bensheimer nach einem freien Blick auf St. Georg, das Ziel einer belebten Innenstadt und die Belange der Denkmalpflege unter einen Hut zu bringen sind. Hierzu werden jetzt die Gespräche neu aufgenommen.