Cityflair und Tabakacker: Die Bergsträßer Bürgermeister auf einer verblüffenden Kontrast-Reise

Tourismus Service Bergstraße . Seit zehn Jahren ist das Kongresszentrum darmstadtium, benachbart des Darmstädter Schlosses, in Betrieb. Doch wer kennt schon das Element DS 110, eine in der südhessischen Wissenschaftsstadt gefundene Blei-Nickelverbindung, die diesem ökologischen Hightech-Gebäude seinen Namen gab? – Stolz empfing Oberbürgermeister Jochen Partsch seine Bergsträßer Kollegen jetzt in dem „ökologisch vorgedachten“ Architekturkomplex im Herzen der Innenstadt. Die alljährlich vom Tourismus Service Bergstraße initiierte Sommertour Nord der Ober-/Bürgermeister durch ihre „kleine aber feine Destination zwischen Heidelberg und Darmstadt“, wie Partsch sich ausdrückte, startete damit an deren nördlichstem Ende. 16 Amtsinhaber und deren VertreterInnen waren der Einladung gefolgt.

2017 wurde Darmstadt gar mit dem Titel „Digitalstadt“ ausgezeichnet, zählte der OB weitere Erfolge der Stadtentwicklung auf. Um andererseits den Facettenreichtum der Bergstraße ins Bewusstsein zu rufen und damit deren ungewöhnliche Bandbreite. Sie zieht sich vom mehrfach für seine Zukunftsorientiertheit ausgezeichneten Wissenschaftsstandort über romantische Burgen, kleinteilige, liebevoll gepflegte Weinberge, durch verwinkelte Fachwerkstädtchen, über das Weltkulturerbe Lorsch bis hin zu einem Highlight des Deutschlandtourismus, Heidelberg. Doch neben dem milden Klima, der frühen Blüte und – wiederentdeckt – dem Roten Riesling, seien es vor allem die Menschen, die es mit ihrer Offenheit sowohl Neuem als auch der Tradition gegenüber Gästen leicht machten, sich wohlzufühlen.

Genau an diesem traditionellen Ende knüpfte der sich anschließende Besuch in Lorsch an. Hier sah sich die verblüffte Delegation mit einem Thema konfrontiert, das ansonsten eher auf dem gesellschaftlichen Index steht: dem Tabak. Und so fanden sich die Honoratioren zum Sonnenuntergang entlang eines Tabakackers vor dem letzten verbliebenen historischen Tabakschuppen wieder. „Wir haben uns angestrengt, mit diesem Kontrastprogramm die Vielfalt unserer gewachsenen Destination und Kulturlandschaft unter Beweis zu stellen“, so Bürgermeister Schönung, der seinen Kollegen auf der Kulturachse im neugestalteten Welterbe Areal entgegen kam.

„Wir haben hier neben dem Welterbethema in den letzten Jahren weitere wertige, authentische Kulturthemen entwickelt, die auf zunehmendes mediales und touristisches Interesse stoßen“, so Schönung. „Dadurch erhöht sich die Attraktivität – auch für Gäste aus der näheren Umgebung - und die Verweildauer in unserer Region.“

Nach einer Führung durch den zum Museum umgestalteten Trockenschuppen genossen die Stadtoberhäupter die Möglichkeit zum informellen Austausch mitten in den Feldern zwischen Grillenzirpen und Zigarrenrauch. Der spektakuläre Blick vom Dach des darmstadtiums über die im Abendlicht glänzenden Dächer der City wurde somit konterkariert von der Scherenschnittsilhouette der Strohdächer des Mittelalter-Modelldorfes Lauresham gegen die untergehende Sonne.

Nicht nur dem scheidenden Weinheimer Oberbürgermeister Heiner Bernhard, der den letzten Abend unter seinen Kollegen sichtlich genoss, dürfte dieser sommerliche Bergstraßen-Ausflug noch lange in guter Erinnerung bleiben. Seine Kollegen hingegen ließen keinen Zweifel sowohl an ihrer Wertschätzung als auch daran, dass sie den beliebten Charakterkopf in ihrer Runde schon jetzt vermissen.