Umfrage an der Geschwister-Scholl-Schule zum Freizeitverhalten von Jugendlichen

„Wir haben nur sehr vage Vorstellungen davon, was Jugendliche wirklich wollen“, umreißt Bürgermeister Rolf Richter die Schwierigkeit, Projekte im Sinne der Jugend in Bensheim anzustoßen. So wurde in den vergangenen Jahren zum Beispiel immer wieder darüber diskutiert, ob ein Jugendzentrum in Bensheim benötigt wird und wenn ja, welches Raumprogramm erforderlich ist und ob es selbstverwaltet sein soll. Bisher gab es hierzu jedoch keine wesentlichen Ergebnisse und Erkenntnisse. Dies lag auch an fehlenden Daten bei der Beantwortung der Frage „was die Jugend in Bensheim braucht“.

Um erste Ergebnisse zu erhalten, konnte die Stadtverwaltung die Schulleitung der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) für eine Zusammenarbeit gewinnen. Mit Oberstufenschülern der GSS wurde ein Fragebogen erarbeitet, der von 663 Schülerinnen und Schülern beantwortet wurde. Nach Auswertung der Daten lassen sich erste Rückschlüsse ziehen. Abgefragt wurde unter anderem, wie viel Freizeit die Jugendlichen haben, welche Social Networks sie nutzen, welche Jugendveranstaltungen und welche Einrichtungen sie sich in Bensheim wünschen würden.

Lehrerin Susanne Asser-Guiard und die Schüler Johann Liebeton und Leo Werner haben die Ergebnisse im Rathaus vorgestellt. „Wir sind sehr froh, dank dieser Umfrage konkrete Themen zu kennen und jetzt Anhaltspunkte zu haben, was sich Jugendliche in Bensheim wünschen“, sagt Bürgermeister Rolf Richter. Von den Befragten gaben 51 Prozent an, unter der Woche am Tag durchschnittlich drei bis vier Stunden Freizeit zu haben, ein bis zwei Stunden haben 18 Prozent zur Verfügung, fünf bis sechs Stunden gaben 31 Prozent der Schüler an. Bei der Frage „Was machst du in deiner Freizeit“ stehen Sportvereine und Freizeitsport ganz vorne. Bei knapp 100 Schülern spielen Vereine keine Rolle. Wenn es um Jugendveranstaltungen geht, stehen Festivals und Konzerte oben auf der Wunschliste. Wenn es um Einrichtungen und Freizeitangebote geht, wünschen sich die befragten Jugendlichen Veranstaltungsorte, Sport- und Freizeitangebote und Veranstaltungen im Freien. Ob die Angebote für Jugendliche ausreichend sind, da sind sich die Schüler uneins: 48 Prozent der Befragten sind zufrieden, 52 Prozent finden die Angebote in Bensheim nicht ausreichend. „Auf dieser Basis wollen wir weitere Umfragen starten, um ein klareres Bild zu erhalten“, kündigte Bürgermeister Richter an.