Euler-Gelände: Außen nah an der Straße, Innen mit vielen Freiflächen

Geplantes Euler-Gelände

Ehemaliges Euler-Gelände

Bebauung am ehemaligen Euler-Gelände verändert Gesamtbild

Ein Großprojekt an prominenter Stelle ruft naturgemäß Befürworter und Kritiker auf den Plan, so auch die Bebauung des ehemaligen Euler-Geländes. Seit 2010 gab es eine Reihe von Grundsatzbeschlüssen, und in über 20 Sitzungen der Gremien sind bis auf eine Abstimmung alle Beschlüsse einstimmig gefasst worden.

Die derzeit umgesetzte Bebauung geht aus den zu den Beschlüssen vorgelegten Plänen detailliert hervor, so auch das nah an dem Gehweg der Friedhofstraße liegende Gebäude. Dass es sich dabei keineswegs um eine außergewöhnlich nah an der Straße gelegene Bebauung handelt, zeigt sich nur wenige Hundert Meter weiter Richtung Innenstadt ebenfalls an der Friedhofstraße. Hier stehen die Gebäude ohne jeden Abstand direkt an der Gehwegkante, was an dieser zentrumsnahen Lage stadträumlich auch nichts Ungewöhnliches ist.

Klar ist: Der seit vielen Jahren gewohnte weitläufige Blick gehört an dieser Stelle der Vergangenheit an, zur Wahrheit gehört aber auch, dass innerhalb des Geländes öffentliche Freiflächen entstehen werden, die das Gebiet insgesamt auflockern und zudem mit den Wegen eine schnellere und attraktive Verbindung zur Innenstadt bieten werden.

Über allen Planungen steht die Maxime, dass ein Gebiet in solch einer zentralen Lage die Schaffung von einer adäquaten Menge Wohneinheiten erforderlich macht. Durch die Verdichtung an der Straße können an anderer Stelle Grün- und Spielflächen entstehen, ohne dass auf Wohneinheiten verzichtet werden muss. Der ruhende Verkehr im neuen Wohngebiet wird außerdem in eine Tiefgarage verlegt, was Raum für zusätzliche Freiflächen gibt. Auf dem Gelände entstehen Einzel-, Reihen- oder Mehrfamilienhäuser und sorgen für eine große Mischung verschiedener Wohnformen. Die weitere Bebauung an der Friedhofstraße wird, entsprechend den Festsetzungen des Bebauungsplanes, einen Abstand von fünf Metern zur Grundstücksgrenze zur Friedhofstraße und die Flucht der bestehenden denkmalgeschützten Mauer einhalten.

„Das Projekt als Gesamtes betrachtet wird nach der Fertigstellung ein stimmiges Gebiet entstehen lassen. Was von außen betrachtet ungewohnt massiv aussieht, wird insgesamt durch Freiflächen im Innenbereich deutlich aufgelockert“, sagt Erster Stadtrat Helmut Sachwitz.   ps

Das ehemalige Euler-Gelände

Die Ausweisung dieses innerstädtischen Neubaugebietes folgte der Devise „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“. Priorität hat die Entwicklung von Flächen, die sich innerhalb des Stadtgebietes befinden. Von Februar 2010 bis Oktober 2011 dauerte der Prozess, das Gebiet im Rahmen eines Bauleitverfahrens in Wohnbaufläche zu wandeln. Das Regierungspräsidium, die Kreisverwaltung und andere Behörden waren bei allen Schritten eingebunden. Durch zwei Offenlagen und im Rahmen der öffentlichen Sitzungen des Ortsbeirats und des Bau-, Umwelt- und Planungsausschusses sowie über zahlreiche Ortstermine wurden die Bürger an dem Verfahren beteiligt. Die Fläche von 4,6 Hektar kann mit circa 250 Wohneinheiten bebaut werden. Mit einer Wohneinheit ist ein Haushalt gemeint; ein Haushalt wiederum besteht statistisch gesehen aus durchschnittlich 2,5 Personen. Ein deutschlandweit tätiger Bauträger hat die Fläche gekauft und vermarktet den Wohnraum.   ps