Fotografische Chronik der Stadt Frankfurt

Ausstellung von Ursula Edelmann im Museum Bensheim

Nach erfolgreichen Foto-Ausstellungen, unter anderem mit Werken von Jim Rakete oder Horst Hamann, zeigt das Museum Bensheim ab dem 17. August 2018 Fotografien von Ursula Edelmann.

Die 1926 in Berlin geborene Ursula Pomplitz absolvierte nach Ende des Zweiten Weltkriegs eine Fotografenlehre bei Max Baur in Potsdam – einem bedeutenden Vertreter der Moderne, dem die Fotografin ihre sachliche, klare Bildsprache und den perfekten Einsatz von Licht verdankt. Seit 1949 war Pomplitz in Frankfurt am Main tätig und fotografierte zunächst ohne Auftrag vor allem die kriegszerstörte Innenstadt. Im Auftrag des Frankfurter Hochbauamtes dokumentierte die Fotografin ab Mitte der 1950er Jahre dann Bauprojekte der Stadt, wie zum Beispiel moderne Wohnsiedlungen, aber auch den Wiederaufbau zerstörter Kulturdenkmäler wie Römer, Dom und Hauptwache. Die klar komponierten Bilder illustrieren das außergewöhnliche Tempo und die Rigidität der Veränderungen Frankfurts und stellen eine bedeutende fotografische Chronik der Stadt dar: von der Trümmerwelt der späten 1940er Jahre bis zur modernen Dienstleistungsmetropole der Gegenwart.

Seit den sechziger Jahren machte sich Ursula Edelmann auch in der Kunstfotografie einen Namen: Über den Kontakt durch ihren Ehemann, den Kunsthistoriker und späteren Bibliothekar Gottfried Edelmann, lichtete sie zunächst Werke der bildenden Kunst in der Sammlung des Städelschen Kunstinstituts ab, dann auch Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen weiterer Frankfurter Museen wie Liebieghaus oder Goethehaus. Ihre Aufnahmen, die den Objekten höchsten Tribut zollen, erschienen in zahlreichen Kunstbänden, Zeitschriften und Zeitungen sowie auf Plakaten und Postkarten.

Im Museum Bensheim zeigt Ursula Edelmann eine persönliche Auswahl von 55 beeindruckenden Fotografien aus Frankfurt, die zwischen 1949 und 2013 entstanden sind: Bilder von Wiederaufbau und Stadtentwicklung ebenso wie fotografische Arbeiten aus den Frankfurter Museen. Bei der Vernissage am 17. August 2018 um 19 Uhr wird die Fotografin selbst anwesend sein. Dr. Alexander Eiling, Sammlungsleiter der Moderne am Städel Museum, wird die Ausstellung eröffnen.