Gertrud-Eysoldt-Ring 2016 geht an Jana Schulz

Der Gertrud-Eysoldt-Ring 2016 geht an die Schauspielerin Jana Schulz. Das gaben die Stadt Bensheim und die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste heute bekannt. Jana Schulz spielte im vergangenen Jahr in Roger Vontobels Inszenierung von „Rose Bernd“ die Hauptfigur am Schauspielhaus Bochum. Auch in ihren Rollen als verlorener Sohn in Lisa Nielebocks „Hiob“ und in Jan Klatas „Verbrechen und Strafe“ als Raskolnikow überzeugte sie die Juroren.

„Jana Schulz sucht mit aller Radikalität, mit kämpferischem Elan und größter Leidenschaft die je eigene Menschlichkeit ihrer Figuren. Sie sprengt in den vielen weiblichen und männlichen Hauptrollen die Grenzen jedes gendergebundenen Spiels“, heißt es in der Begründung der Jury. „Sie ist in den letzten Jahren zu einer der ausdrücklichsten, wandelbarsten und wahrhaftigsten Schauspielerinnen geworden“, sagte Jury-Sprecher und Düsseldorfer Theaterintendant Wilfried Schulz, der der Preisträgerin attestiert, jenseits des Mainstreams zu sein: „Sie wählt nicht das gerade Angesagte, sondern unbeirrbar und ganz eigenverantwortlich die Theaterarbeiten, die sie interessieren.“ Akademie-Präsident Prof. Hans-Jürgen Drescher gratulierte der Jury ebenso für die Entscheidung wie Bensheims Bürgermeister Rolf Richter.

Die Jury besteht in diesem Jahr neben Wilfried Schulz aus Marion Tiedtke und Stefan Bachmann.

Der Gertrud-Eysoldt-Ring gilt als einer der bedeutendsten Theaterpreise im deutschsprachigen Raum und wird seit 1986 jährlich in Bensheim vergeben. Mit der Vergabe des „Gertrud-Eysoldt-Ringes“, einem mit 10.000 Euro dotierten Ehrenring, würdigt die Stadt Bensheim eine schauspielerische Leistung an einer deutschsprachigen Bühne. Erste Preisträgerin war Doris Schade, ihr folgten große Schauspielerinnen und Schauspieler, wie beispielsweise Klaus Maria Brandauer, Cornelia Froboess, Corinna Harfouch, Nina Hoss, Ulrich Mühe, Ulrich Matthes und Tobias Moretti. Der „Gertrud-Eysoldt-Ring“ geht auf ein Vermächtnis des Journalisten und Theaterkritikers Wilhelm Ringelband zurück, der bis zu seinem Tod in Bensheim lebte und in seinem Testament einen Schauspielerpreis mit dem Namen von Gertrud Eysoldt verfügte.

Der mit 5.000 Euro dotierte Kurt-Hübner-Regiepreis, der ebenfalls in Bensheim verliehen wird, geht an Alexander Eisenach für das Stück „Der kalte Hauch des Geldes“ am Schauspiel Frankfurt.

Der Eysoldt-Ring und der Regiepreis werden am 18. März im Parktheater Bensheim verliehen.