Haus am Markt: Cafe Extrablatt, Familienzentrum und Hospiz-Akademie ziehen an den Marktplatz

„Beim Haus am Markt sind wir entscheidende Schritte vorangekommen“, sagt Bürgermeister Rolf Richter. „Das neue Haus am Markt wird für eine Belebung des Marktplatzes sorgen“, ist Richter überzeugt. Als Gastronomiebetrieb konnte die Stadt das Cafe Extrablatt gewinnen, das Familienzentrum Bensheim, der Hospizverein Bergstraße und die Stadt sind die weiteren Mieter des Gebäudes.
Carsten Dreyer von Cafe Extrablatt lobt die Vorzüge des Standorts: „Wir wollen eine ganztägige Gastronomie anbieten. Wir brauchen den Neubau, um unser Konzept in Bensheim anzubieten und finden die Neugestaltung sehr attraktiv“, betonte er. Hinter Cafe Extrablatt steht ein deutschlandweit tätiges Unternehmen. Mindestens 1,2 Millionen Euro will man in die Ausstattung investieren. Zehn Jahre läuft der Mietvertrag mit Option auf Verlängerung. Insgesamt plant man mit einem Zeithorizont von 25 bis 30 Jahren. 250 Quadratmeter Fläche stehen für die Gäste zur Verfügung, 120 Sitzplätze sind außen auf dem Marktplatz geplant, weitere 120 Sitzplätze im Inneren.
Birgit Siefert vom Familienzentrum spricht von über 100 Kursen, die die Einrichtung jedes Jahr im Haus am Markt anbieten will: „Wir wollen zur Belebung des Marktplatzes beitragen und finden es wichtig, dass Familien im Zentrum Bensheims einen Platz finden“, betonte sie. 70 Mitarbeiter hat das Familienzentrum, die angebotenen Kurse werden von 10 bis 15 Personen besucht.
Auch für Claudia Mayer vom Hospiz-Verein Bergstraße spielt der Standort eine wichtige Rolle: Eines der Ziele des Hospiz-Vereins ist es, das Tabuthema Sterben in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Im Haus am Markt sollen Schulungen und Lehrgänge der Hospiz-Akademie für Fachpersonal und Weiterbildungen für Betroffene angeboten werden. „Das Bildungsangebot unserer Akademie braucht Räume, um die vielen Seminare zeitgemäß durchführen zu können“, sagte Mayer.
Die Bauweise des Hauses am Markt ermöglicht eine flexible Raumaufteilung. Die Pläne sehen vor, dass die gastronomische Nutzung im Erdgeschoss untergebracht wird. In den beiden Obergeschossen finden das Familienzentrum und der Hospizverein eine neue Heimat. Ins Dachgeschoss kommt der öffentliche  Mehrzweckraum für Vereine, Konzerte oder Lesungen und weitere Flächen für den Hospizverein. Ins Untergeschoss kommt außerdem die öffentliche WC-Anlage.
Die Baukosten liegen bei rund 6,8 Millionen Euro, die Mieteinnahmen werden jährlich rund 230.000 EUR betragen. Der Verlustausgleich der Stadt an die MEGB liegt bei maximal 60.000 Euro. Nach Abzug sämtlicher in Verbindung zur Immobilie stehender Kosten zur Bewirtschaftung, Instandhaltung und Finanzierung kann, unter Einbeziehung des gedeckelten Verlustausgleichs, ein wirtschaftlicher Betrieb mit einem ausgeglichenen Ergebnis erfolgen. Der Denkmalschutz in Heppenheim hat erklärt, einem Abriss nur zuzustimmen, wenn an gleicher Stelle ein Gebäude mit ähnlichen Proportionen wieder errichtet wird. Den Antrag zur Abrissgenehmigung hat die Stadt am 31. Januar gestellt.