In der Kita Gartenstraße wird gesund gegessen

Von links nach rechts:Sigrid Fellmeth, Diplom-Ökotrophologin u. Ernährungsberaterin (Schulungsleiterin des Projekts); Marcela Ballweg, Hauswirtschafterin und Ernährungsberaterin KiTa Gartenstraße; Maria Behm-Hansen, KiTa- Leitung Gartenstraße; Verena Räsener, Ökotrophologin (Schulungsleiterin des Projekts).

14 weitere Kindertagesstätten aus der Metropolregion Rhein-Neckar begeben sich ab sofort auf das „Abenteuer Essen“. Hierzu zählt mit der Kindertagesstätte Gartenstraße auch eine Einrichtung aus Bensheim. Im Rahmen des ernährungspädagogischen Programms erfahren die Kinder jede Menge über gesunde Ernährung und die Herkunft von Lebensmitteln. Das zur spielerischen Wissensvermittlung notwendige Rüstzeug erhalten die Erzieher in den kommenden Monaten bei mehreren Weiterbildungen. Zum Auftakt trafen sich Vertreter der neuen „Abenteuer Essen“-Kitas jetzt bei der Dr. Rainer Wild-Stiftung in Heidelberg. Auf dem Programm standen organisatorische und inhaltliche Themen, aber auch Erfahrungsberichte von teilnehmenden Kitas der vergangenen Jahre.

„Abenteuer Essen“ wurde im Herbst 2014 von der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH gemeinsam mit Unternehmen, Stiftungen und Krankenkassen ins Leben gerufen. Eingebettet in die regionale „Initiative Prävention“ stärkt das Programm in altersgerechter Art und Weise das Ernährungsbewusstsein von Kindergartenkindern. „Der frühe und praxisorientierte Erwerb von Gesundheitskompetenzen ist in vielerlei Hinsicht wichtig für die kindliche Entwicklung. Ein gesundes Ernährungsverhalten stärkt zum Beispiel das Immunsystem und beugt ernährungsbedingten Krankheiten wie Diabetes und Übergewicht vor“, sagt Dr. Markus Gomer, Leiter des Fachbereichs Bildung, Gesundheit und Arbeitsmarkt bei der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH. „Mit ‚Abenteuer Essen‘ wollen wir den Kleinen zeigen, dass auch gesunde Lebensmittel schmecken.“

Das ernährungspädagogische Programm setzt dabei nicht auf Verbote oder gar den erhobenen Zeigefinger, sondern weckt die Neugier der Kinder. So entdecken die Kinder Lebensmittel eigenständig und mit allen Sinnen, etwa bei der Zubereitung von Speisen oder gemeinsamen Mahlzeiten. Zudem erfahren die Kinder bei „Abenteuer Reisen“ direkt vor Ort, woher Lebensmittel wie Milch und Gemüse kommen, zum Beispiel beim Ausflug auf den Bauernhof oder beim Besuch einer Gärtnerei. Fachkundige Anleitung erhalten die Drei- bis Sechsjährigen von ihren Erziehern. Rund 150 pädagogische Fachkräfte wurden im Rahmen von „Abenteuer Essen“ bereits zu „Beauftragten für Ernährungsbildung“ weitergebildet. In dieser Funktion verankern sie das Thema „Ernährung“ fest im Kita-Alltag. „Eine nachhaltige Wirkung erzielen wir nur, wenn das gesamte Umfeld der Kinder einbezogen wird: Kinder, Fachkräfte und Eltern. Darauf legt das ‚Abenteuer Essen‘ besonderen Wert“, sagt Dr. Kristin Januschke verantwortlich für die „Offensive Bildung“ bei der BASF SE.

Rund 4.500 Kinder wurden bisher erreicht und haben ihr Verhalten auch tatsächlich geändert. So trinken fast alle Kinder nach Abschluss des Projektjahres empfohlene Getränke wie ungesüßten Tee oder Wasser. Auch zuhause wird deutlich häufiger auf zuckerfreie Durstlöscher zurückgegriffen. Jeder fünfte Eltern-Haushalt gab bei einer Befragung zudem an, im familiären Alltag bewusster mit dem Thema Ernährung umzugehen.