Konferenz „Klima Kommunal“ – Auszeichnung für kommunale Vorzeigeprojekte

  • Ministerin Priska Hinz vergibt Preise in Höhe von 60.000 Euro: „Mit dem Wettbewerb der Klima-Kommunen´So machen wir’s`zeichnen wir erfolgreiche Klima-Projekte aus und wollen zum Nachahmen anregen“
  • Leiter der LandesEnergieAgentur präsentiert hessischen Kommunen Beratungsangebot und Förderung

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. „Der Klimawandel ist spürbar und messbar: Extremwettereignisse nehmen zu, noch nie war der CO2-Gehalt so hoch wie heute und die Gletscher schmelzen noch schneller als bisher angenommen. Wir alle tragen die Verantwortung dafür, dieser Entwicklung entgegenzuwirken – ob international, national oder regional. Umso wichtiger ist es, dass wir in Hessen nicht nur einen Integrierten Klimaschutzplan 2025 beschlossen haben, sondern auch, dass inzwischen 173 hessischen Städte und Gemeinde als Klima-Kommunen aktiv sind“, sagte Klimaschutzministerin Priska Hinz bei der ersten Konferenz „Klima Kommunal“ in Frankfurt, zu der nicht nur alle hessischen Klima-Kommunen eingeladen waren, sondern alle hessischen Städte und Gemeinden. Organisiert wurde die Klima-Konferenz von der neuen LandesEnergieAgentur, die sich in Frankfurt den Kommunalen Vertreterinnen und Vertretern vorstellte. Damit bildete die Konferenz zugleich den offiziellen Auftakt für die Umsetzung des Integrierten Klimaschutzplans Hessen 2025 für und mit den Kommunen.

„Unser Klimaziel ist klar: Bis 2050 wollen wir klimaneutral sein. Das erfordert Anstrengungen – ganz konkret und vor Ort. Die Klima-Kommunen leben vor, wie diese umgesetzt und nachhaltig gelebt werden können“, sagte die Ministerin weiter.  Mit einem Wettbewerb wollte das Umweltministerium daher diejenigen Kommunen prämieren, die mit herausragenden Projekten ihren Beitrag zum Aufhalten des Klimawandels und zur Klimawandelanpassung leisten. Start des Wettbewerbs war im November 2016. Unter dem Motto „So machen wir‘s“ konnten alle hessischen Klima-Kommunen ihre Projekte in den Kategorien „Klimaschutz“ und „Klimaanpassung“ einreichen. Zusätzlich wurde ein Sonderpreis für „Interkommunale Zusammenarbeit“ vergeben.

38 Klima-Kommunen haben Beiträge eingereicht

„Die Beteiligung war enorm! Insgesamt haben 38 Kommunen 52 Wettbewerbsbeiträge eingereicht. Der Großteil der Projekte betrifft die Kategorie Klimaschutz, aber auch im Bereich Klimaanpassung gibt es beeindruckende Projekte“, sagte Hinz. „Mit dem Sonderpreis wollten wir einen besonderen Schwerpunkt setzen und zeigen, dass die Zusammenarbeit von Städten und Gemeinden bereits erfolgreich ist und sich darüber hinaus lohnen kann – etwa mit einem gemeinsamen Klimaschutzmanager oder gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit“, sagte die Ministerin und betonte: „Die Jury aus Expertinnen und Experten hatte es nicht leicht bei der Auswahl der Gewinner.“ Insgesamt gehen Preisgelder in Höhe von 60.000 Euro an die prämierten Kommunen.

Die Sieger in der Kategorie Klimaschutz sind der Landkreis Marburg-Biedenkopf für die „Bürgerprojekte Klimaschutz“, Bad Hersfeld mit der Kampagne „Bad Hersfeld saniert sich – die Altbaukampagne“, Offenbach mit dem Projekt „Elektromobilität in Offenbach“ sowie die Städte Schotten mit dem Projekt „Heizzentrale am Vulkaneum und Nahwärmenetz“ und Friedrichsdorf mit der „Ökosiedlung“. In der Kategorie Klimaanpassung werden Bad Hersfeld mit der „Renaturierung der Fuldaaue, Haune und Geis“ sowie Bensheim mit seinem „Förderprogramm Klimaschutz“ ausgezeichnet. Stadtrat und Umweltdezernent der Stadt Bensheim Adil Oyan sagt: "Über diese Auszeichnung freuen wir uns natürlich sehr. Wir sehen diesen Preis als Anerkennung für unser Förderprogramm Klimaschutz, das von der Bevölkerung sehr gut angenommen wird. Das zeigt, das sowohl die Fachwelt, als auch die Bürgerinnen und Bürger und nicht zuletzt die Kommunalpolitik die Stärken des Programms erkennen. Über 300 Anträge sind in Bensheim bereits bewilligt worden. Klimaschutz kann nur zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern erfolgreich umgesetzt werden. Unser Klimaschutzprogramm verfolgt genau diesen Ansatz".

Sonderpreise für eine herausragende interkommunale Zusammenarbeit erhalten Frankfurt am Main für das „Regionale Energiekonzept FrankfurtRheinMain“ sowie der Rheingau-Taunus-Kreis für die „Erneuerbare Energien Rheingau-Taunus GmbH“.

LandesEnergieAgentur stellt sich den Kommunen vor

„Ich gratuliere den Gewinnerkommunen ganz herzlich!“, sagte Umweltministerin Hinz und wendete sich dann an alle Klima-Kommunen: „Es ist toll, was Sie bisher alles umgesetzt haben – von kleinen bis großen Projekten, von Investitionen in kommunale Gebäude, über Beratungs- und Bildungsangebote bis hin zu eigenen Förderprogrammen. Davon wollen wir noch mehr sehen. Daher haben wir uns entschlossen den Wettbewerb fortzuführen und ihn zukünftig alle zwei Jahre anzubieten.“ Außerdem ermunterte die Ministerin alle Anwesenden kommunalen Vertreterinnen und Vertreter: „Nutzen Sie diese Konferenz, um sich untereinander auszutauschen, voneinander zu lernen und im Engagement nicht nachzulassen. Wir sind auf Sie und Ihre Ideen, Maßnahmen und Impulse angewiesen. Darum richten sich auch viele der Maßnahmen unseres Integrierten Klimaschutzplans 2025 an die hessischen Kommunen, beispielsweise in Form von Beratungsangeboten und Förderprogrammen“, so Hinz.

Die Ministerin verwies auch auf die neu gegründete LandesEnergieAgentur (LEA), die mit ihrem umfangreichen Angebot explizit hessische  Städte, Gemeinden und kleinere Kommunen im ländlichen Raum unterstützt und ganz konkret zur Treibhausgasbilanz, Einsparpotenzialen oder bei der Beantragung von Fördermitteln des Landes berät. Die LEA wird darüber hinaus kommunale Netzwerke kleiner Kommunen initiieren, die dadurch Ressourcen bündeln und den kommunalen Klimaschutz gemeinsam voran bringen können. Ihr Leiter, Dr. Karsten McGovern, nutzte die Konferenz in Frankfurt daher, die Landesenergieagentur den kommunalen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Kommunalverwaltungen vorzustellen. McGovern dazu: „Wir unterstützen die Kommunen beim Erreichen ihrer Ziele bei Klimaschutz und Energiewende durch Netzwerkbildung und Beratung. Unser Vorteil für sie ist der Service aus einer Hand: von der E-Mobilität über die Energieeffizienz bis hin zur Klärung von Fördermitteln.“

Hintergrund zum Wettbewerb „So machen wir’s“:

Der erstmalig ausgerichtete Wettbewerb richtete sich an alle Unterzeichner der Charta der Klima-Kommunen in Hessen. Bislang haben 173 Landkreise und Kommunen diese Charta unterzeichnet und setzen sich entsprechend aktiv für Klimaschutz und Klimaanpassung vor Ort ein. Beim Wettbewerb der Klima-Kommunen, der Ende 2016 unter dem Motto „So machen wir´s“ ausgelobt wurde, reichten Landkreise und Kommunen insgesamt 52 Projekte ein.

Die eingereichten Projekte wurden von einer hochkarätig besetzten Jury umfassend begutachtet. Mitglieder der Jury waren:  Matthias Drexelius (Hessischer Landkreistag), Dr. Christian Henschke (CliMA - Kompetenzzentrum für Klimaschutz und Klimaanpassung an der Universität Kassel), Dr. Christian Hey (Abteilungsleiter Klimschutz im Hessischen Umweltministerium), Dr. Katrin Jurisch (Klima-Bündnis - Alianza del Clima e.V.), Sandra Schweitzer (Hessischer Städtetag), Florian Christopher Weber (Hessischer Städte- und Gemeindebund)

Ziel des Wettbewerbs war es, sowohl besonders herausragende Projekte zu prämieren, als auch einen umfassenden Überblick über die Aktivitäten der Klima-Kommunen in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und interkommunale Kooperation zu erhalten.