Museum: „Freaks – Bilder von besonderen Menschen“

An ein sensibles Thema tastet sich das Museum Bensheim mit der Ausstellung „Freaks – Bilder von besonderen Menschen“ heran. Im englischen Sprachraum war die Rede von „Freaks“ oder „Freaks of Nature“. Auf französischen Karten wurde das Wort „Phénomène“ benutzt. Im Deutschen begegnet man häufig dem Begriff „Abnormitäten“. Wen beschreiben diese Wörter? Es handelte sich um Menschen, die sich durch ihre äußere Erscheinung vom Großteil der Bevölkerung unterscheiden. Großwüchsige (Riesen), Kleinwüchsige (Liliputaner), siamesische Zwillinge, Tätowierte, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Beschäftigung mit dem Thema „Freaks“ ist nicht einfach, geht es doch um ein Phänomen, das einen besonders sensiblen Umgang erfordert.

Das „Besitzen“, Ausstellen und Anschauen von „Freaks“ hat eine lange Tradition. Bereits seit dem Mittelalter gibt es Hinweise auf Menschen, die mit Anomalien zur Welt gekommen sind und deshalb Eingang in wissenschaftliche Werke gefunden haben. Die Schaulust erreichte im 19. Jahrhundert neue Dimensionen. Größere Mobilität durch Schiff und Eisenbahn machte das Zurücklegen großer Entfernungen leichter und ließ deshalb auch „Freaks“ aus exotischen Ländern nach Europa gelangen: Zum Beispiel den Rumpfmensch Kobelkoff aus Russland oder die siamesischen Zwillinge Chang und Eng Bunker aus dem heutigen Thailand.

Die Ausstellung im Museum Bensheim gibt anhand ausgewählter Postkarten aus der Sammlung von Ralf Klausmann aus Darmstadt erstaunliche Einblicke in eine Zeit, in der man aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen noch ausgestellt wurde. Von Lionel dem Löwenmenschen bis Schlitzie dem Pinhead werden Postkarten mit Fotografien und Lithographien von Menschen mit besonderen Eigenschaften zu sehen sein.

Mit der Ausstellung „Freaks – Bilder von besonderen Menschen“ beleuchtet das Museum Bensheim ein zunächst einmal exotisch anmutendes Thema – gehört doch die Zurschaustellung kleinwüchsiger oder anderer körperlich ungewöhnlicher Menschen im Wanderzirkus oder Kuriositätenkabinett einer fernen Vergangenheit an.

Vernissage am 11. November, 11.30 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 20. Januar 2019 zu sehen.