Museum mit spektakulärem Raumkonzept

Dr. Inge Herold stellt Neubau der Kunsthalle Mannheim vor

Am Donnerstag, 6. Juni, um 19 Uhr wird die Vortragsreihe des Kunstarchivs Bergstraße mit einem Auftritt von Dr. Inge Herold fortgeführt: Die stellvertretende Direktorin der Kunsthalle Mannheim wird über den 2018 eröffneten neuen Erweiterungsbau in der Quadratestadt berichten. Der Neubau und die Konzeption des Kunsthauses haben mit einem spektakulären Raumkonzept international Maßstäbe gesetzt. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der Erweiterungsbau derzeit durch die auf der Berlinale gezeigte Dokumentation „Baujahre – Years of Construction“ von Heinz Emigholz.
Die Kunsthalle Mannheim ist eine der ersten Bürgersammlungen der Moderne weltweit. 1909 als Museum gegründet, zählt die Kollektion der Kunsthalle zu den renommiertesten bürgerschaftlichen Sammlungen Deutschlands. Gründungsdirektor Fritz Wichert (1909-1923) legte den Grundstein für eine Mustersammlung der Moderne mit frühen Ankäufen der französischen Moderne mit Edouard Manet, Camille Pissarro und Vincent van Gogh. Das Interesse seines Nachfolgers Gustav F. Hartlaub (1923-1933) galt vor allem der gegenstandsbetonten Nachkriegskunst, der er den Namen „Neue Sachlichkeit” gab. Walter Passarge (1936-1958) baute während der Nazi-Diktatur die Sammlung unverfänglicher moderner Werkkunst auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden unter Heinz Fuchs (1958-1983) und Manfred Fath (1983 -2002) die Sammlungsschwerpunkte zeitgenössischer Skulptur weiter ausgebaut.
2018 wurde der neue Museumskomplex eröffnet, ermöglicht durch die private 50-Millionen-Euro-Spende des SAP-Mitbegründers Dr. h.c. Hans-Werner Hector und Beiträge der Stadt Mannheim, des Landes Baden-Württemberg sowie vieler weiterer Spender. Die neue Kunsthalle Mannheim ist ein „Museum in Bewegung“ im Konzept einer „Stadt in der Stadt“ – engagiert und mitreißend, innovativ und weltoffen. Grundelemente der Stadt wie Haus, Passage, Platz und Brücke sind Leitprinzipien der neuen Architektur von gmp – Architekten von Gerkan, Marg und Partner.
Die Referentin bietet bei ihrem Auftritt im Bensheimer Museum exklusive Einblicke in die Mannheimer Kunsthalle, für die sie seit 2006 als stellvertretende Direktorin tätig ist. Zuvor studierte Dr. Inge Herold Europäische Kunstgeschichte, Klassische Archäologie sowie Alte Geschichte in Heidelberg und promovierte 1991 über das ölmalerische Werk von Georg Meistermann. Dr. Inge Herold wirft in ihrem Vortrag einen Blick auf die über 100-jährige Geschichte des Museums und stellt den Neubau sowie die neue Sammlungspräsentation vor.