Neustrukturierung im sozialen Wohnungsbau in Bensheim

Die Stadt Bensheim und die Wohnbau Bergstraße planen die Neustrukturierung des Quartiers Rhein-/Mosel-/Elbestraße. In dem Gebiet soll langfristig der soziale Wohnungsbau erhalten und gesichert werden, außerdem soll dort zusätzlicher bezahlbarer Wohnraum entstehen. Kern dieser Neustrukturierung ist die Vereinbarung einer Absichtserklärung zwischen Stadt und Wohnbau. Der Magistrat begrüßt diese Initiative, im nächsten Schritt sollen verbindliche Vereinbarungen getroffen werden, über die die Stadtverordnetenversammlung beschließen soll. Weitere Voraussetzung für das Zustandekommen dieses Projekts sind Förderungen des Landes Hessen. „Das ist ein zukunftsweisendes Projekt für den sozialen Wohnungsbau in Bensheim und wertet das Quartier auch städtebaulich erheblich auf“, sagt Bürgermeister Rolf Richter.
Hintergrund der Planungen ist, dass sich viele Sozialwohnungen in Bensheim aktuell nicht mehr in einer Belegungs- und Mietpreisbindung befinden. Bis 2030 werden weitere 294 Wohnungsbindungen auslaufen. Von 1995 bis 2015 wurden 135 neue Sozialwohnungen gebaut, aktuell befinden sich in Bensheim über 300 neue Sozialwohnungen in der Planung. Die Notwendigkeit für weitere Maßnahmen besteht allerdings weiterhin, vor diesem Hintergrund haben die Stadt Bensheim und die Wohnbau Bergstraße die grundsätzliche Absicht erklärt, auf diesem Gebiet zusammenzuarbeiten.
Für die Umsetzung der Neustrukturierung des Quartiers müssen zunächst die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Der bisher gültige Bebauungsplan soll eine höhere Ausnutzung zulassen, angestrebt wird eine Bebauung mit vier statt bisher drei Vollgeschossen mit Staffelgeschoss. Eine Neuordnung der Eigentumsverhältnisse der Grundstücke und der Erwerb von Belegungsrechten sind ebenfalls Teil der Planungen. Derzeit existieren unterschiedliche Eigentumsverhältnisse in dem Quartier, zudem hat die Stadt Bensheim der Wohnbau Bergstraße Flächen im Erbbaurecht zur Errichtung von sozialem Wohnungsbau überlassen. Die Wohnbau möchte diese bisher im Erbbaurecht überlassenen Flächen von der Stadt erwerben.
Zur Abrundung der Quartiersentwicklung sollen die Restflächen aus dem ehemaligen Bundeswehrdepot mit einer Gesamtgröße von knapp 4.500 Quadratmetern einbezogen werden. Zunächst ist dort geplant, Container zur Unterbringung des Kindergartens St. Winfried aufzustellen. Danach soll eine Teilfläche an die Wohnbau Bergstraße zur Errichtung von sozialem Mietwohnungsbau übergehen.