Vierte Bienenweide an der Winkelbachaue eingesät

Nicht nur für Menschen ist Bensheim ein beliebter Platz zum Leben und Arbeiten, auch für Bienen wird die Stadt zunehmend attraktiver. Aktuell wird im Bereich der renaturierten Winkelbachaue ein neues „Wohngebiet“ für Bienen, Hummeln und andere Nutzinsekten angelegt. „Das ist jetzt die vierte Bienenweide, die wir in den vergangenen Jahren mit Geldern aus dem Grubenzins finanzieren und anlegen konnten“, freut sich Stadtrat Adil Oyan als ausgewiesener Bienenfreund über die jüngste Aktion. „Wir bewegen uns damit ganz auf der Linie der Hessischen Biodiversitätsstrategie“, verweist Oyan auf die aktuelle Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“, die das Land in diesem Frühjahr startet. Ziel ist es, den für die Menschen lebensnotwendigen Bestäubern von Obst- und Gemüsepflanzen durch heimische Blühpflanzen ausreichend Nahrung zu bieten, wenn im Offenland ab Mitte Juni meist zu wenig blüht.

Diesen Hintergrund verfolgte die Stadtverordnetenversammlung mit der Entscheidung, das Anlegen weiterer Bienenweiden zu fordern. Begründet wurde dies unter anderem mit dem Hinweis auf das weltweite Bienensterben und den anhaltenden Verlust der biologischen Vielfalt. Begonnen hatten die vielfältigen Aktivitäten der Stadt Bensheim zum Schutz der natürlichen Lebensräume der Bienen mit dem Hessentag 2014. Damals wurde in Zusammenarbeit mit den örtlichen Imkern eine Samenmischung verteilt, die es auch Privatleuten ermöglicht, in ihrem Garten eine Bienenweide anzulegen. Außerdem wurde auf der Grünfläche entlang des Bahndamms an der B 3 eine Bienenwiese mit Bienenhotel angelegt. Bei Stadtrat Oyan, selbst als Hobbyimker aktiv, hatten die Imker damit offene Türen eingerannt.

Inzwischen sind im Süden Bensheims drei Bienenweiden im Umfeld des Vereinsgeländes der Bensheimer Bienenzüchter dazu gekommen. In den Gemarkungsbereichen „An der Meerwiese“, „Große Säualmen“ und „Meerbachdamm“ – alle zwischen B 3 und Dentsply Sirona gelegen – wurden auf einer Gesamtfläche von über 3500 Quadratmetern Blühwiesen geschaffen. Ausgesät wurde die Veitshöchheimer Bienenweide, die besonders für Bienen, Hummeln und andere Nutzinsekten geeignet ist. Auch für die neue etwa 250 Quadratmeter große Fläche an der Winkelbachaue, nördlich der verlängerten Saarstraße, wurde diese Mischung verwendet.

Unterstützung kommt bei der jüngsten Aktion vom Gewässerverband Bergstraße mit Geschäftsführer Ulrich Androsch. „Wir haben mit der Renaturierung der Winkelbachaue in den vergangenen drei Jahren hier ein kleines Öko-Paradies geschaffen, das durch die Bienenweide hervorragend ergänzt wird.“

Dieses zu erhalten ist unter anderem das Anliegen der vor drei Jahren von Michelle Leist gegründeten Facebook-Gruppe „Bensheimer krempeln die Ärmel hoch“. Erst kürzlich war sie mit 29 engagierten Helfern, darunter auch Flüchtlinge, wieder mit einer Reinigungsaktion am Biotop aktiv. Am vergangenen Wochenende aktivierte sie ihre Gruppe erneut und legte mit dem Einbringen des Saatgutes den Grundstock für die Bienenweide.

Neben der Anlage der vierten Bienenweide im Stadtgebiet soll sich die Stadt auf Initiative der Koalition aus CDU, GLB und BfB aber noch mit weiteren Aktivitäten im Rahmen der Hessischen Biodiversitätsstrategie für den Schutz von Honig- und Wildbienen einsetzen. Gedacht ist an eine Aktionswoche oder Veranstaltung, mit der auf die Bedeutung der Bienen für die biologische Vielfalt hingewiesen wird. Auch hier ist Stadtrat Oyan im Austausch mit den örtlichen Imkern. Außerdem sollen Bürger angeregt werden, bei der Gestaltung ihrer Gärten auch an die pelzigen Bestäuber zu denken.   psp