Vortrag über eine spannende Künstlerin

Im Museum geht es um die Zeichnerin Erna Pinner (1890 - 1987)

Zu einem Vortrag der Sammlungsleiterin Dr. Eva Atlan vom Jüdischen Museum Frankfurt über eine spannende Künstlerinnenbiografie, laden das Kunstarchiv Bergstraße und die Felsberg Akademie am 4. April um 19 Uhr ins Museum Bensheim ein, wenn das künstlerische Leben von Erna Pinner beleuchtet wird. In Frankfurt wird ein großer Teil des künstlerischen Nachlasses Erna Pinners bewahrt – aber auch das Museum Bensheim besitzt eine handsignierte Radierung der bedeutenden Expressionistin.
Die aus Frankfurt am Main stammende Zeichnerin Erna Pinner (1890 - 1987) verbrachte mehr als die Hälfte ihres Lebens im Londoner Exil. Als 16-Jährige hatte sie ihre künstlerische Ausbildung am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt begonnen und danach in Berlin bei Lovis Corinth und in Paris bei Félix Vallotton, Maurice Denis und Paul Sérusier studiert. Aus ihrer privaten Partnerschaft mit Kasimir Edschmid entwickelte sich eine künstlerische Zusammenarbeit. Ab 1919 gehörte sie der Darmstädter Sezession an. In den 1920er Jahren galt sie als Berühmtheit in der Kunstszene, und zusammen mit Kasimir Edschmid waren sie das Traumpaar dieser Zeit. Nach der Machtübernahme des NS-Regimes war sie ihrer beruflichen Grundrechte beraubt und emigrierte 1935 nach London. In Großbritannien gelang ihr ein Neuanfang, diesmal – nach einem Biologiestudium – als beschreibende Naturwissenschaftlerin und als Illustratorin populärwissenschaftlicher Werke. Nach dem Krieg war sie in Deutschland fast vergessen. Erst 1997 wurde sie durch die Ausstellung im August-Macke-Haus wiederentdeckt. Pinner entstammte einer  jüdischen Familie in Frankfurt, ihr Vater war ein anerkannter Chirurg, die Mutter entstammte der Bankiersfamilie Joseph.
2014 erhielt das Jüdische Museum Frankfurt einen Großteil des künstlerischen Nachlasses und arbeitet diesen seither auf.
In ihrem Vortrag in Bensheim stellt Dr. Eva Atlan die meist unbekannten Tierillustrationen Pinners aus der Londoner Zeit den frühen Illustrationen aus Frankfurt gegenüber.