Wald an der Erlache steht unter besonderem Schutz

Bei einem Ortstermin mit Revierförster Dirk Ruis-Eckhardt haben Vertreter der Stadt, aus Kommunalpolitik und des NABU das so genannte „Pappelwäldchen“ an der Erlache begutachtet. Für diesen Bereich hatte der NABU Bensheim-Zwingenberg vor einiger Zeit eine Herausnahme aus der Bewirtschaftung angeregt. Diesem Wunsch waren die Stadt und Hessen Forst zunächst deshalb nicht nachgekommen, weil man dort erst die standortfremden Hybridpappeln herausnehmen und durch einen standortgerechten Erlen- und Eichenbruchwald ersetzen wollte. Von Vögeln besiedelte, so genannte „Horstbäume“, wären davon selbstverständlich unberührt geblieben.
In den vergangenen Jahren hat die Stadt die naturnahe Entwicklung dieses Waldgebiets mit verschiedenen Maßnahmen bereits auf den Weg gebracht: Unter anderem wurden Baumarten wie die nicht heimischen Hybridpappeln, die sich in unerwünschter Weise ausbreiten, gefällt, während heimische Bäume wie Spitzahorn, Eiche und Flatterulme gepflanzt wurden. Basis dieser Maßnahmen ist die seit 2013 geltende Forsteinrichtungsplanung, nach der in Bensheim der Forstbetrieb erfolgt: Die Ziele waren damals auch in der Naturschutzkommission ausführlich erläutert worden. Sie schreibt die Erhaltung eines naturnahen, arten- und strukturreichen sowie stabilen Waldes fest, der die vielfachen Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen im Ballungsraum erfüllen kann. Diese Vorgaben werden im gesamten städtischen Wald vorwiegend mit einer naturgemäßen Forstwirtschaft umgesetzt und vereinzelt durch die Stilllegung geeigneter Waldflächen ergänzt.
Das Pappelwäldchen hat der Magistrat nun dennoch bereits im jetzigen Zustand auf Initiative des NABU zu einem Ort für Vogelschutz und Artenvielfalt erklärt, um damit eine weitere Vereinbarung des Koalitionsvertrages und den Wunsch der BfB umgesetzt, den Anteil naturbelassener Waldflächen deutlich zu erhöhen: Das circa 9,7 Hektar große Waldgebiet im Eigentum der Stadt wurde aus der forstlichen Bewirtschaftung herausgenommen und stillgelegt, der Anteil der Stilllegungsflächen auf Bensheimer Gebiet wird dadurch quasi verdoppelt. „Wir freuen uns, dass es gelungen ist, die Fläche dauerhaft unter Schutz zu stellen“, dankten die Vertreter des NABU der Stadt Bensheim, Hessen Forst und namentlich Franz Apfel und Ulrike Vogt-Saggau von der BfB.
Erster Stadtrat Helmut Sachwitz als für den Forst zuständiger Dezernent dankte ebenfalls allen Beteiligten, die an dieser Maßnahme mitgewirkt haben für ihren beharrlichen Einsatz und wertvolle Anregungen, auch wenn man selbst in der Sache zunächst eine andere Haltung eingenommen habe.