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In welcher Welt wollen wir leben? Neue Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

 „Wir können die erste Generation sein, der es gelingt, die Armut zu beseitigen, ebenso wie wir die letzte sein können, die die Chance hat, unseren Planeten zu retten.“
(Ban-Ki Moon, UN-Generalsekretär 2007-2016)

Jeder von uns soll jetzt und in Zukunft ein Leben in Würde führen können, jeder hat ein Recht auf Nahrung und Wasser, Bildung, Gesundheitsversorgung und ein Leben in Sicherheit. Für Millionen Menschen weltweit ist all dies jedoch keine Realität.

Neue Perspektiven gibt die Agenda 2030 der Vereinten Nationen, die von allen Mitgliedstaaten im Jahr 2015 verabschiedet wurde. Sie bildet den globalen Rahmen für die weltweite Entwicklung in den nächsten Jahren und hat die Vision einer besseren, gerechten Welt für alle. Kernstück sind 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs). Oberstes Ziel ist es, extreme Armut zu beenden, aber auch Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu bekämpfen und dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Mehr über die SDGs erfahren

1992 haben die Vereinten Nationen auf der Rio-Konferenz Leitlinien für das 21. Jahrhundert festgelegt (Agenda-21), zehn Jahre später folgten die Millenniumsentwicklungsziele und nun gilt die Agenda 2030 mit ihren nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals – SDGs).

Die neuen nachhaltigen Entwicklungsziele sind nicht frei von Widersprüchen und Kritik, aber sie haben eine neue Qualität. Denn mit ihnen stehen erstmalig alle Länder der Welt in der Pflicht, ihre Produktions-, Konsum- und Lebensweisen zu verändern und damit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten. Es geht nicht – wie zuvor in den Millenniumsentwicklungszielen – um die bloße Bekämpfung von Armut in den sogenannten Entwicklungsländern. Außerdem überwindet die Agenda 2030 fragmentierte Sichtweisen und verknüpft Nachhaltigkeit in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales.

Ein Beispiel: Nachhaltige Landwirtschaft soll nicht nur helfen, den Hunger zu beenden. Sie soll dabei auch Ökosysteme und die natürliche Vielfalt erhalten, Klimaveränderungen standhalten, und für eine sichere Existenz der Bauern sorgen.

Wie sind die Veranstalter mit den nachhaltigen Entwicklungszielen verbunden?

Die Christoffel-Blindenmission, die Karl-Kübel-Stiftung und die Stadt Bensheim kommen auf verschiedenste Weise der Verpflichtung nach, die SDGs umzusetzen und sich für eine bessere, gerechtere Welt einzusetzen.

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) setzt sich für die Belange von Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Ländern der Welt ein. Für die CBM ist der Leitsatz „leave no one behind“ (niemanden zurücklassen) der Agenda 2030 entscheidend. Die Schwächsten und Verwundbarsten, die von Diskriminierung und gesellschaftlichem Ausschluss besonders häufig betroffen sind, sollen ausdrücklich gestärkt werden.

Menschen mit Behinderungen sind weltweit die größte Minderheit, die vielfach von Armut betroffen ist. So leben 80 Prozent von ihnen in den sogenannten Entwicklungsländern. Wenn man Armut wirkungsvoll bekämpfen will, müssen daher Menschen mit Behinderungen in allen Entwicklungsmaßnahmen konsequent berücksichtigt werden.

Dafür haben sich die CBM und viele andere bei der Erstellung der Agenda 2030 eingesetzt – mit Erfolg: In der Agenda 2030 ziehen sich die Belange von Menschen mit Behinderungen wie ein roter Faden durch das Dokument. In acht der 17 Ziele, beziehungsweise deren Unterziele, werden Menschen mit Behinderungen einbezogen.

Mit ihrer Entwicklungszusammenarbeit setzt sich die Karl Kübel Stiftung nach dem Prinzip der 'Hilfe zur Selbsthilfe' für Menschen in benachteiligten Regionen des Globalen Südens ein. Sie unterstützt Projekte, die bedürftige Familien und Dorfgemeinschaften stärken und deren Lebensverhältnisse verbessern. Durch entwicklungspolitische Bildungsarbeit in der Region unterstützt die Stiftung pädagogische Fachkräfte dabei, Schülerinnen und Schülern ein ausgewogenes Weltbild zu vermitteln. Mit Informationsveranstaltungen für Erwachsene, Mitmach-Aktionen für Schulklassen sowie Unterrichtsprojekte in Schulen und Beratungen für Lehrkräfte bietet die Karl Kübel Stiftung während der Internationalen Woche ein vielfältiges Angebot

„Augen auf für eine Welt". Das Motto der Internationalen Woche in Bensheim zeigt sich auch in den nachhaltigen Entwicklungszielen der Stadt. Diese Thematik passt zur Stadt Bensheim, die sich in allen Handlungsfeldern der Nachhaltigkeit verpflichtet sieht. Soziale Gerechtigkeit und ökologische Grundsätze sind dabei zwei zentrale Zielsetzungen. Die Stadt sieht ihre Rolle in erster Linie als aktive Plattform für die vielen Netzwerkpartner, die sich in Bensheim und von Bensheim aus in aller Welt im Sinne der Nachhaltigkeit engagieren. Ziel ist es, die zahlreichen verschiedenen Organisationen, Vereine und Projekte zu verknüpfen, Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger aufzuzeigen und Anregungen für Diskussionen zu liefern. Als Fairtrade-Stadt und ausgezeichnete Klimakommune ist Bensheim gerne Mitveranstalter der Internationalen Woche 2018.

Logo "Augen auf für eine Welt", Copyright: CBM

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