50 Jahre Melibokusturm: Ausstellung im Rathaus

Er ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Bergstraße und feiert in diesen Tagen seinen 50. Geburtstag. Die Geschichte des Melibokusturms ist allerdings wesentlich älter, denn der 50-Jährige hat einen Vorgänger: In den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts durch Landgraf Ludwig IX. war der ursprüngliche Melibokusturm bis zu seiner Zerstörung in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges über 170 Jahre beliebter Aussichtsturm, aber auch Geopunkt und militärische Einrichtung.

Den runden Geburtstag des neuen Melibokusturms nimmt die Stadtkultur Bensheim zum Anlass einer Ausstellung, mit der auf die über 200-jährige Geschichte der beiden Melibokustürme auf ganz unterschiedliche Weise geblickt werden kann. In der von ihm zusammengestellten Ausstellung konnte Berthold Mäurer insbesondere auf die umfangreichen Bestände des Kur- und Verkehrsvereins Auerbach und die Unterstützung von Gisela Hamel zurückgreifen. In dieser Konzentration waren die Bilder, Dokumente und auch ein Film über den Wiederaufbau vor 50 Jahren bisher noch nicht zu sehen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung, die am kommenden Mittwoch (21.) in der Rathaus-Galerie eröffnet wird, steht das Gemälde „Prospect von dem Meliboco und dessen Gegend“ von Johann Tobias Sonntag. Er war Hofmaler des Landgrafen Ludwig VIII. und nutzte die Perspektive vom Melibokus für ein großformatiges Landschaftsgemälde. Das im Original 2,25 mal 3,75 Meter große Gemälde entstand im Jahre 1747 und besteht aus 19 Einzelteilen. Das stark beschädigte historische Kunstwerk befindet sich im Schlossmuseum in Darmstadt und soll restauriert werden. Um die Kosten in Höhe von etwa 77.000 Euro zu finanzieren, wurden bereits Spendenaktionen initiiert. Auch Besucher der Ausstellung haben die Möglichkeit zu spenden.

Zur Vernissage am Mittwoch wird Dr. Rainer Maaß vom Hessischen Staatsarchiv in Darmstadt das Monumentalgemälde anhand einer Reproduktion vorstellen und erklären, was auf dem Bild zu sehen ist. Eine Einführung wird Berthold Mäurer geben. Eröffnet wird die Ausstellung am 21. September um 17 Uhr im 3. OG des Rathauses durch Bürgermeister Rolf Richter. Bis zum 28. Oktober können die Werke zu den üblichen Öffnungszeiten besichtigt werden, danach werden sie in Zwingenberg und Alsbach-Hähnlein gezeigt. psp