Auftaktveranstaltung: „Green City Plan“ für Bensheim

Bei der Umsetzung sollen viele Akteure eingebunden werden

In Bensheim sollen die Luftqualität verbessert und Diesel-Fahrverbote verhindert werden. „Gerade im Hinblick auf die jüngsten Urteile von Verwaltungsgerichten zu Luftreinhaltungsplänen ist klar, dass entschieden gehandelt werden muss“, betont Umweltdezernent Adil Oyan. Die Stadt Bensheim erarbeitet daher einen „Green City Plan“, also ein Konzept für eine nachhaltige Mobilität in der Stadt, und will in diesen Prozess möglichst viele Akteure einbinden.

Zur Kick-off-Veranstaltung am Donnerstag waren etliche Teilnehmer aus der lokalen Wirtschaft, der zuständigen Behörden und auf regionaler Verbandsebene im Kronepark Auerbach zusammen gekommen, um sich gemeinsam dem Thema zu stellen und Zielsetzungen zu besprechen. Stadtrat Adil Oyan erinnerte daran, dass die Stadt Bensheim vom Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur einen Förderbescheid erhalten hat, um einen Green City Plan für Bensheim zu erstellen. Hintergrund ist, dass an einem von zwei Messpunkten in Bensheim der Grenzwert für Stickstoffdioxid in den letzten drei Jahren überschritten wurde.

Schwerpunkte des Masterplans sollen unter anderem sein: Die Digitalisierung des Verkehrs, intelligente Verkehrssysteme, eine Vernetzung aller Verkehrsträger, die Elektrifizierung des Wirtschaftsverkehrs, von Fahrzeugflotten und Bussen im ÖPNV sowie der Ausbau der E-Ladeinfrastruktur und die Förderung des Radverkehrs. Bürgermeister Rolf Richter sagte bei der Begrüßung: „Es ist wichtig, dass sich viele Akteure zusammenfinden und gemeinsam Grundlagen für den Green City Plan erarbeiten.“

Die Stadtverwaltung geht mit gutem Beispiel voran: So besteht der Fuhrpark mittlerweile aus acht Elektrofahrzeugen sowie drei E-Bikes. Für die Bürger gibt es das Fahrradverleihsystem VRNnextbike und seit mittlerweile zehn Jahren das Förderprogramm Klimaschutz, das in diesem Jahr mit 50.000 Euro ausgestattet ist. Damit werden Effizienzmaßnahmen, Stromerzeugung aus Photovoltaik, Stromspeicherung, private Ladestationen für E-Autos sowie Begrünungsmaßnahmen gefördert. Insgesamt sollen mit diesen Maßnahmen alleine im Jahr 2018 über 600 Tonnen CO2 vermieden werden. Zudem bietet die GGEW AG vor Ort ein E-Car-Sharing an und arbeitet weiterhin am Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Derzeit gibt es in Bensheim 19 Ladepunkte und im gesamten Versorgungsgebiet der GGEW AG 33.

Zum Abschluss der Tagung galt ein besonderer Dank allen Teilnehmern für ihre Bereitschaft, sich ebenfalls aktiv an dem Prozess beteiligen zu wollen.

Vertreten waren unter anderem: GGEW AG, Dentsply Sirona, TE Connectivity, Helmut Herbert GmbH & Co, Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Hessen Mobil, Kreis Bergstraße, VRN, ADFC, KMB, Verband Metropolregion Rhein-Neckar und die MEGB.

Sollten Ideen, Maßnahmen oder Fragen innerhalb der Bevölkerung entstehen, steht das Team Klima, Umwelt und Energie bei der Stadt Bensheim als Ansprechpartner zur Verfügung: Projektleiter Steffen Giegerich, klimaschutz(at)bensheim(dot)de, Tel. 14-280.