Das Beste von „Kern“ und „Schale“

Bürgermeister der Bergstraße besuchten den Dossenheimer Steinbruch und das Weingut Jäck in Schriesheim

Schriesheim/Dossenheim/Bergstraße. Wer an die Bergstraße reist, will gut essen und trinken – und schätzt zuvor ein Naturerlebnis, das auch Durst und Appetit macht. Das wissen die Touristiker des Tourismusservice „Die Bergstrasse“ mittlerweile aus diversen Umfragen und Erhebungen sowie den eigenen Erfahrungen mit Gästen. Die Bergstraße als Ferienstraße zwischen Darmstadt und Heidelberg wird zunehmend als kulinarische Erlebnisstraße bereist.

Vor diesem Hintergrund haben die Bürgermeister der Kommunen, die wie eine Perlenkette die Ferienstraße bilden, schon im vergangenen Jahr den Beschluss gefasst, zweimal im Jahr bei einer „Sommertour“ ihre Bergstraße auf regionale kulinarische Angebote zu testen. Schließlich sind die Chefs der Verwaltungen auch oberste Botschafter ihrer Heimat – und müssen wissen, wo es gut ist.

Die Tour führte die Oberbürgermeister und Bürgermeister jetzt zunächst in den badischen Bereich der Bergstraße, wo die Badische Weinstraße an der Ferienstraße entlang führt. Dort besuchten sie den aktuell jüngsten Winzer der Bergstraße, Max Jäck in Schriesheim. Jäck, der in Geisenheim am Rhein Önologie studiert hat, begrüßte die Bürgermeister mit einer symbolischen Bergstraßen-Kappe und erläuterte, dass er bereits in dritter Generationen einen landwirtschaftlichen Betrieb weiterführt, der von Eigenvermarktung auf dem heimischem Obsthof geprägt ist. Der Anteil des Weinbaus hat sich unter seiner Leitung vergrößert. Der junge Jäck teilt seine Weine in die Produktnamen „Stiel“ (süffige Gutsweine), „Schale“ (elegante Lagenweine) und „Kern“ auf, das sind strukturvolle Tropfen, häufig im Holz- oder Barriquefasse ausgebaut. Max Jäck gehört zu den Geheimtipps im Badischen Weinbau und zu den Vertretern einer sorgfältig und kreativ vorgehenden Winzergeneration.

Schriesheims Bürgermeister Hansjörg Höfer verwies auf die lange Generation der Familie Jäck in der Weinstadt und darauf, dass junge Weinbauern das Profil Schriesheims stärken – durchaus auch im touristischen Sinne.

Zuvor hatte Höfers Kollege Hans Lorenz die Kollegen durch ein geotouristisches Kleinod geführt: Den Dossenheimer Steinbruch, der vor einigen Jahren sogar ein „Geotop des Jahres“ im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald war. Im Steinbruch werden Natur und Kultur (zum Beispiel durch einen Steinmetz und eine Volkstheaterbühne) zu einem attraktiven Ausflugsort verbunden – übrigens ganzjährig und kostenfrei zugänglich. Zwischen stillgelegten Bergbaugeräten hatten die Bürgermeister bereits einen kleinen Bergsträßer Imbiss einnehmen können: Einen frisch-spritzigenRiesling aus der Weinmanufaktur Dossenheim und handgemachte Dampfnudeln mit Kartoffelsupp von der Höhengaststätte „Weißer Stein“ über den Dächern Dossenheims und Heidelbergs. Hans Lorenz berichtete, dass dieses bodenständige und nahrhafte Essen früher den Steinbrucharbeitern Kraft gegeben hat – die Bürgermeister wussten es zu schätzen.

Bei einer „Sommertour-Nord“ werden die Bergstraßen-Bürgermeister im August dann auf der hessischen Seite der Ferienstraße in Lorsch und Darmstadt unterwegs sein.