Gunter Demnig verlegt Stolpersteine in Bensheim

Bereits zum dritten Mal kommt der Künstler Gunter Demnig zur Verlegung von Stolpersteinen nach Bensheim. Insgesamt hat er hier fast 30 Steine verlegt. Am 21. Oktober wird Demnig um 16 Uhr mit der Verlegung vor dem Haus in der Rodensteinstraße 106 beginnen. In diesem Haus wohnte die Familie Oppenheimer bis zu ihrer Flucht in die Anonymität einer Großstadt nach Frankfurt am Main. Die Eltern, ein Kind und ein Bruder des Vaters wurden ermordet, drei Kinder konnten 1939 nach Frankreich fliehen und 1942 schließlich in die Vereinigten Staaten von Amerika entkommen. Bei der Stolpersteinverlegung wird Mrs. Hicken dabei sein, die Tochter von Mini Oppenheimer. Zum ersten Mal nimmt mit ihr ein Familienmitglied in Bensheim der Opferfamilie an einer Stolpersteinverlegung teil.

Gunter Demnig hatte die Idee, mit Stolpersteinen auch für überlebende Familienmitglieder so etwas wie eine Zusammenführung der Familie zu dokumentieren. Die Verlegung hat dieses Mal noch eine weitere Besonderheit: Die Idee zu dieser Verlegung kommt von einer Projektgruppe aus Schülern und deren Lehrer Florian Schreiber vom Bensheimer Goethe-Gymnasium. Finanziert wurden die Steine zu dem dezentralen Denkmal durch den Verkauf von Kuchen – selbst gebacken von den Schülern. Hinzu kommt eine Unterstützung durch den Förderverein des Goethe-Gymnasiums, der Sparkasse Bensheim und der Stadt Bensheim.

Während der Verlegung wird ein Schüler die Biografie der Familie Oppenheimer verlesen. Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert begrüßt mit einer kurzen Ansprache die Gäste. Für den Magistrat spricht Stadtrat Peter E. Kalb, der auch schon die Verlegung der anderen Stolpersteine in Bensheim begleitet hat. Teilnehmern der Veranstaltung wird empfohlen, sich bereits gegen 15:45 Uhr einzufinden.

Am Vortag, am 20. Oktober, um 10 Uhr, richtet die Stadt Bensheim für Mrs. Hicken und ihre Begleiterin einen Empfang im Rathaus (Magistratssaal) aus. Bei diesem Empfang sprechen Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert, Stadtrat Peter E. Kalb und ein Schüler aus der Projektgruppe, Stadtrat Adil Oyan übernimmt die Begrüßung der Gäste.