Öffentliche Stellungnahme der Stadt Bensheim: Stadt spricht sich gegen Verlagerung eines Einrichtungshauses innerhalb Mannheims aus

Von der geplanten Verlagerung eines großen Einrichtungshauses in Mannheim befürchtet die Stadt Bensheim eine Schwächung der kleineren Betriebe und damit negative Auswirkungen auf die Versorgungs- und Wirtschaftsstruktur an der Bergstraße. „Gerade in der Kombination mit dem Einrichtungshaus sowie dem ebenfalls geplanten Baumarkt, dürfte der neue Standort eine so hohe Anziehungskraft entfalten, dass die Auswirkungen bis nach Bensheim spürbar werden dürften“, so Erster Stadtrat Helmut Sachwitz.

Die Stadt Mannheim und der Betreiber des Einrichtungshauses planen eine Standortverlagerung des Möbelhaues zwar innerhalb des Mannheimer Stadtgebietes. Dabei soll die Verkaufsfläche jedoch um mehr als das Dreifache vergrößert werden. Der neue Standort würde zudem noch besser an die Autobahn und an die Bergstraße angebunden sein als der jetzige. Von Bensheim aus würde das Einrichtungshaus mit dem Pkw in gut 20 Minuten zu erreichen sein. Die Kommunen der Region hatten deshalb Gelegenheit, innerhalb eines raumordnerischen Verfahrens, eine Stellungnahme zu dem Vorhaben abzugeben.

Nach Ansicht der Stadt Bensheim verstoßen die Planungen gegen die Ziele der Raumordnung. Grundsätzliche Bedenken bestehen vor allem hinsichtlich der beantragten Zulassung des sogenannten „zentrenrelevanten Randsortiments“ mit 2.000 Quadratmetern Verkaufsfläche und der Ausweitung des eigentlichen Kernsortiments auf circa 36.000 Quadratmetern. Das Randsortiment beinhaltet z. B. Haushaltswaren, Heimtextilien sowie Bastel- und Schreibwaren. Die Stadtverwaltung befürchtet negative Auswirkungen auf den Bensheimer Einzelhandel, weil sich die ohnehin schon kurze Fahrtzeit von Bensheim weiter verkürzen würde.

In dem Schreiben des Ersten Stadtrats Helmut Sachwitz an das Regierungspräsidium Darmstadt kritisiert die Stadt, dass die von den Antragstellern vorgelegte Auswirkungsanalyse nicht in der erforderlichen Tiefe auf mögliche Folgen für die Mittelzentren an der Bergstraße eingeht. Auswirkungen auf Betriebe unter 5.000 Quadratmeter würden nicht berücksichtigt. „Kleinere Einrichtungshäuser stellen möglicherweise für das Unternehmen keine ernsthafte Konkurrenz dar, umgekehrt gilt dies aber sehr wohl. Für die wohnortnahe Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen sind die kleineren und mittleren Betriebe in den Mittelzentren von großer Bedeutung“, heißt es in dem Schreiben.