„Port Arthur“ und „Marokko“: Archiv sucht Bilder für Ausstellung

Luftbild aus dem Jahr 1925 mit dem inzwischen untergegangenen Unternehmen „Granit- und Syenitwerke Karl Kreuzer“ im Vordergrund. Am rechten Bildrand wird das Stadtviertel „Port-Arthur“ angeschnitten, inmitten des zentralen Güterbahnhofs ist die bis heute erhaltene Güterhalle zu erkennen. Links, d.h. östlich der Main-Neckar-Bahnlinie sieht man den Meerbachsportplatz, links hinten die heutige Hemsbergschule. (Quelle: Stadtarchiv Bensheim)

„Port Arthur“ und „Marokko – Zur Entstehung und Namensgebung zweier Quartiere im Bensheimer Westen“, so lautet der Arbeitstitel einer geplanten Ausstellung des städtischen Archivs. Während das in der Kurzversion „Port“ genannte Viertel nördlich der Wormser Straße zwischen Hohenweg und Frenaystraße bereits ab dem Jahr 1905 entstanden ist, begann die Erschließung des „Marokkoviertels“ einige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg mit frühem sozialen Wohnungsbau. Eingerahmt wird das „Marokko“ vom ehemaligen Bundeswehrgelände sowie Rheinstraße und Moselstraße.

Namensgebend war die während des Russisch-Japanischen Krieges 1904/05 erfolgte Belagerung des russischen Tiefwasserhafens „Port Arthur“. Das Bergsträßer Anzeigeblatt berichtete damals ausführlich über das Kriegsgeschehen. Zur gleichen Zeit entstand das Stadtviertel an der Wormser Straße. Auch über den Zweiten Marokkanischen Krieg zwischen 1921 und 1926 wurde im BA ähnlich ausführlich berichtet, was eine entsprechende Benennung des „Marokko“ am südwestlichen Stadtrand wahrscheinlich macht. Die „Port“ machte nach dem Zweiten Weltkrieg mit einer Neuauflage der „Port-Arthur-Kerb“ nochmals auf sich aufmerksam. Die Anfänge sind ab dem Jahre 1908 nachweisbar.

Das städtische Archiv sucht für die zu Beginn des nächsten Jahres geplante Ausstellung Fotos mit Motiven aus der „Port“ und des „Marokko-Viertels“, aber auch andere Materialien zu den beiden Quartieren. Das Archiv ist vormittags regelmäßig erreichbar unter 06251-103803 oder per E-Mail archiv(at)bensheim(dot)de.