Überblick Bensheim

Veranstaltungen

"Gottvertrauen und Erntedank" - Hintergründe und Bräuche des Laubhüttenfestes

Diese Veranstaltung ist bereits abgelaufen!

Wann: 19.10.2016, 19:30 Uhr
Wo: ehemalige Synagoge, Darmstädter Str. 58, Bensheim-Auerbach
Veranstalter: Auerbacher Synagogenverien
Kategorien: Bildung, Freizeit, Lesung / Vortrag

Vortrag von Dr. Ester Graf, Mannheim.

Auf das eher nachdenkliche Neujahrsfest und das ernste Versöhnungsfest folgt im gleichen Monat das heitere Laubhüttenfest, bei dem sich das Alltagsleben acht Tage lang in einer leicht gebauten Laube ohne festes Dach abspielt. Das Fest hat seine Wurzeln in der Natur und in der Geschichte: Es ist die  Jahreszeit zum Einbringen der Ernte, aber ein zweiter Bezug ist der Auszug des Volkes aus Ägypten mit vierzig Jahren Nomadenleben in der Wüste ohne feste Behausungen.

Moses erhielt an verschiedenen Stellen die Anweisungen dazu: „Das Laubhüttenfest sollst du feiern sieben Tage lang, wenn du einsammelst von deiner Tenne und deiner Kelter“, d.h. Getreide und Wein (Deut.16,13) und „In Laubhütten sollt ihr wohnen sieben Tage ... damit eure Geschlechter wissen, dass ich in Hütten wohnen ließ die Kinder Israel, als ich sie einst aus Ägypten herausführte“ (Lev.23,42). Genaue Vorschriften gelten nicht nur für den Bau der Hütte (z.B. muss das Dach-Blätterwerk bei Tag beschatten, bei Nacht aber die Sterne sehen lassen), sondern auch für den Feststrauß mit den vier Symbolpflanzen Zedratzitrone, Palmwedel, Myrthen- und Bachweidenzweige. Er wird für rituelle Umzüge gebraucht, zu denen besondere Lieder gesungen werden. Die Referentin wird mit ihrem Bildmaterial auch Darstellungen des Festes in der jüdischen Kunst zeigen.

Dr. Esther Graf studierte Judaistik und Kunstgeschichte. Sie beendete ihre Studien mit der Promotion im Fach Jüdische Kunst an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg. Nach längerer Tätigkeit als Museumskuratorin wurde sie Mitbegründerin der „Agentur für jüdische Kulturvermittlung“ mit dem Ziel, die jüdische Alltagskultur zu erklären. Zu einer Beschreibung des Chanukkafestes  war sie vor drei Jahren schon einmal Gast bei uns.