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"Japan. Deutschland. Zwei Länder, drei Perspektiven" - Photographie

Diese Veranstaltung ist bereits abgelaufen!

Wann: 30.07.2016
Intervall: wöchentlich jeden Samstag und Sonntag bis 28.08.2016
Wo: Damenbau im Staatspark Fürstenlager, Bensheim-Auerbach
Veranstalter: Kunstfreunde Bergstraße e.V.
Kategorien: Kultur, Freizeit, Ausstellungen

Hybridautos, Flachbildschirme und Manga-Comics – Japanische Kultur und Technologie begegnen uns in Europa auf Schritt und Tritt. Die Produkte dieses Landes und sein Einfluss auf Kultur und Wirtschaft in Deutschland sind nicht mehr wegzudenken.

Ebenso haben deutsche Gebräuche in Japan Einzug gehalten. Baumkuchen gibt es in Japan an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr zu kaufen, und Beethovens 9. Symphonie („Freude, schöner Götterfunken“) ist so etwas wie Japans heimliche Nationalhymne, wenigstens in der Zeit um den Jahreswechsel.

Trotz der gegenseitigen Annäherung der beiden Welten und einer zunehmenden Verwestlichung des Straßenbildes in den Metropolen Japans überrascht das Land deutsche Betrachter mit vielen erstaunlich traditionellen Ansichten.

Die Ausstellung „Japan. Deutschland. Zwei Länder, drei Perspektiven“ bündelt die individuellen Sichten dreier Fotografen auf dieses Spannungsfeld.

Günter Zorn, Jahrgang 1953, sucht in den rasch gewachsenen und überaus geschäftigen Stadtvierteln Tokyos Orte der Konzentration, Stille und Einsamkeit. Sein Ziel ist es, die verborgene Schönheit hinter der gebrochenen Oberfläche des Alterns und der Patina in seinen Fotos anklingen zu lassen. „Wabi Sabi“ nennen die Japaner diese Ästhetik, deren Höchstes nicht die offenkundige, sondern die verhüllte Schönheit ist. Eine profunde Ausbildung als Fotoingenieur, eine lange erfolgreiche Karriere in der Foto- und Druckindustrie und fast 25 Jahre Berufs- und Privatleben als Unternehmer und Schriftsteller in Japan sind ein fruchtbarer Nährboden für seine fotografischen Arbeiten. Seine intime Kenntnis von Ort und Kultur erschließen ihm immer wieder originelle Ansichten, und die Rückbesinnung auf die Wurzeln der monochromen Fotografie im digitalen Gewand ist für ihn die ideale Technik, dieses japanische Ästhetik – Konzept ins Bild zu setzen.

Karl Röser hat acht Jahre lang in Japan gelebt und gearbeitet und dabei die Kamera ständig mit sich geführt. Er beobachtet seine alltägliche Umgebung und dokumentiert die eigene Überraschung darüber, wie fremdartig ein Ringkampf nach den 2000 Jahre alten Regeln des Sumo inmitten einer modernen Metropole wirkt und wie vertraut andererseits Zeremonien aus der ursprünglichen japanischen Religion „Shinto“ auf einen christlich sozialisierten Ausländer anmuten können. Das einzigartige Kirschblütenfest „Sakura“, die hochsommerlichen Feuerwerke „Hanabi“ und die traditionelle japanische Kleidung sind weitere Themen, an denen sich sein Erstaunen und seine Bewunderung äußern.

Martin Leuze, 1977 in Leonberg geboren, sieht die Stadt durch die Perspektive eines globalen Chronisten. In seinem Projekt „Berlin – Tokyo: Eine abstrakte Bestandsaufnahme“ sucht er markante Konstellationen von Architektur, Licht und Schatten, mit denen er die Ästhetik unserer modernen Stadtlandschaften dokumentiert. Die akribisch angegebenen Stadtteil- und Straßennamen unterstreichen den dokumentarischen Aspekt seiner Arbeiten. Die kompromisslos klare Wahl seiner Bildausschnitte zwingt den Betrachter zur Konzentration, fordert ihn geradezu auf, in seinem Hasten durch die Innenstadt einzuhalten und kann damit eine zeitgemäße Lesart von Zen-Meditation bieten. Martin Leuze hat seine Arbeiten national und international in zahlreichen Ausstellungen präsentiert. Diese Auswahl zeigt Arbeiten aus dem Projekt Berlin-Tokyo. Die Ausstellung vermittelt dem Japan-Interessierten einen facettenreichen Spaziergang und dem Japan-Erfahrenen eine originelle Bereicherung seiner eigenen Eindrücke.

Öffnungszeiten:
Samstag, 14:00 – 18:00 Uhr
Sonntag,  11:00 - 18:00 Uhr
sowie nach Vereinbarung.

Eine Midissage findet am 6. August 2016 um 17:00 Uhr statt.

0176 2258 7124
karlroeser(at)mac(dot)com