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Sprache in der jüdischen Religion

Diese Veranstaltung ist bereits abgelaufen!

Wann: 14.12.2016, 19:30 Uhr
Wo: ehemalige Synagoge, Darmstädter Str. 58, Bensheim-Auerbach
Veranstalter: Auerbacher Synagogenverien
Kategorien: Bildung, Freizeit, Lesung / Vortrag

Vortrag von Prof. Dr. Heidrun Deborah Kämper, Mannheim.

Das Judentum ist eine drei Jahrtausende alte Buchreligion. Das Wort, die Sprache ist ihr zentraler Bestandteil, besonders seit, nach dem Verlust des Tempels in Jerusalem (586 v.Chr. und endgültig 70 n.Chr.), alle mit dem Tempel zusammenhängenden Rituale und Opferungen wegfielen.

Als Einführung in das Thema hier der Ankündigungstext der Referentin:

Sprache und Religion hängen eng zusammen. Keine Religion ist ohne Sprache zu denken. Sprache ist demzufolge auch ein grundlegendes Element der jüdischen Religion: als menschlich-göttliche Fähigkeit („Der Mensch kann wohl bei sich überlegen, aber das rechte Wort gibt ihm der Herr ein“, Spr. 16,1), im Sinn eines Dialogs zwischen Gott und Mensch („sie rufen zum Ewigen und Er antwortet ihnen“ Psalm 99) und („Nahe ist der Ewige allen seinen Rufern, allen denen, die Ihn anrufen in Treue“, Psalm 145), als schaffende Macht im kosmologischen Mythos („Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht“, Gen. 1,3 ff ), als Aufruf, das Gotteslob zu singen („Dient dem Ewigen in Freude, kommt vor ihn mit Jubelgesang“, Psalm 100,2) u.a.

Die Referentin wird darstellen, inwiefern die jüdische Religion von Sprache lebt: was hat es mit dem jüdischen Erzählgebot auf sich? Inwiefern können wir von einer rituellen Kommunikation zwischen Mensch und Gott, zwischen Gott und Mensch und zwischen Mensch und Mensch sprechen und welche Formen hat diese Kommunikation (als Gebet, als Gebot und Verbot, als Aufforderung)? Warum darf der Name Gottes nicht ausgesprochen werden und welche Ersatznamen gibt es, um über und mit Gott zu sprechen?

Dr. Heidrun Deborah Kämper ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut der deutschen Sprache und lehrt an der Universität in Mannheim. Ihr Studium der Germanistik und Sprachwissenschaft hat sie mit Promotion und Habilitation abgeschlossen. Sie ist Mitglied der jüdischen Gemeinde in Mannheim.